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Aus: Ausgabe vom 13.10.2008, Seite 13 / Feuilleton

Orchesterstreiks

Im Konzerthaus Berlin versicherte Orchestervorstand Ernst Burghard Hilse am Samstag vor Beginn der Aufführung auf der Bühne, die Musiker seien zum Arbeitskampf entschlossen, um eine weitere Verschlechterung ihrer Lohn- und Arbeitsbedingungen abzuwehren. An der Dresdner Semperoper begann die Premiere von Verdis »Il Trovatore« mit einer halbstündigen Verspätung. Hier trat die Sächsische Staatskapelle in den Warnstreik. Der erste Ausstand des Orchesters in seiner 460jährigen Geschichte. Es begründete die Verzögerung vor ausverkauftem Haus damit, daß seine Gehälter seit 2004 nicht angehoben wurden, erhielt dafür sowohl Buhrufe als auch Applaus.

Am heutigen Montag sollen die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Orchestervereinigung und dem Deutschen Bühnenverein (DBV) in Köln fortgesetzt werden. Sie drohen an der Weigerung des DBV zu scheitern, die Gehälter der Orchestermusiker weiter an die Tarife im öffentlichen Dienst zu koppeln.

Beim Konzerthausorchester Berlin wurden seit 2002 keine Gehälter erhöht, jetzt soll das Urlaubsgeld wegfallen und das 13. Gehalt gekürzt werden. Chefdirigent Lothar Zagrosek, der sich vor dem Konzert am Samstag zwischen seine Musiker gestellt hatte, wird alle Kampfmaßnahmen »voll und ganz unterstützen«, wie er gegenüber jW erklärte. Zahlreiche weitere Orchester haben in der vergangenen Woche Warnstreiks durchgeführt, das Orchester der Deutschen Oper Berlin sogar in Peking.

(S.Sch./jW/ddp)

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