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Aus: Ausgabe vom 07.10.2008, Seite 12 / Feuilleton

Ärger im Hause Stein

Die Kulturinitiative Thüringen ist bestürzt. Paul Raabe, seines Zeichens Vorsitzender des Kuratoriums der Gesellschaft der Weimarer Anna-Amalia-Bibliothek, hat die Rückgabe seines Weimarpreises angekündigt. Der Preis wurde ihm 2007 für seine Verdienste um Weimar und die Klassikstiftung zuerkannt. Zurückgeben will er ihn wegen des von der Stadt geplanten Verkaufs des Hauses der Frau von Stein an einen spanischen Kunsthändler. Wenn sich eine Persönlichkeit wie Professor Raabe nicht mehr mit der Stadt identifizieren könne, sei dies ein dramatisches Signal dafür, wie es um den Ruf Weimars bestellt sei, erklärte der Sprecher der Kulturinitiative, André Störr, am Sonntag in Weimar. Der Käufer, eine quasi bankrotte Spanische GmbH, habe bisher weder ein fundiertes Nutzungs- und Raumkonzept vorgelegt noch eine belastbare Finanzierungsbestätigung. Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) habe sich beim Haus der Frau von Stein einmal mehr ins Abseits manövriert. Die Kulturinitiative setzt sich für einen Verbleib des Hauses in öffentlicher Trägerschaft ein und fordert ein Nutzungskonzept, das es für die Öffentlichkeit zugänglich macht. In dem 1770 errichteten Gebäude hatte die Goethe-Freundin Charlotte von Stein (1742–1827) von 1776 bis zu ihrem Tod gelebt. (ddp/jW)

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