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Olympia: Überprüft

Leipzig. Neue Erkenntnisse über eine Stasi-Vergangenheit können nach den Worten des Generaldirektors des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Vesper, auch noch kurzfristig ein Olympia-Aus bedeuten. Jede belegte Tätigkeit deutscher Olympia-Funktionäre für die DDR-Staatssicherheit würde dazu führen, daß Betroffene auch noch »blitzschnell« ausgeschlossen werden, sagte er der Leipziger Volkszeitung. Der Missionschef der deutschen Olympia-Delegation für die Spiele in Peking betonte: »Wer bei der Stasi mitgemacht hat, kann grundsätzlich keine verantwortliche Tätigkeit im Sport ausüben – es sei denn, er hätte sich glaubwürdig gewandelt«. Dies festzustellen, sei Sache der sogenannten Stasi-Kommission zur Überprüfung von Trainern und Offiziellen unter Vorsitz des ehemaligen Chefs der Stasi-Unterlagenbehörde Joachim Gauck.

Alle nach Peking reisenden leitenden Sportfunktionäre seien erneut von der Birthler-Behörde überprüft worden, sagte Vesper. In den Fällen, für die es Unterlagen bei der Behörde gebe, beschäftige sich die Sport-Kommission Gaucks damit. Die Verbandsspitze werde dann am kommenden Dienstag diese Empfehlungen zur Grundlage ihrer Entscheidungen machen. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 11.07.2008, Seite 16, Sport

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