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07.07.2008
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Hintergrund. Die FATA – Pakistans wilder Nordwesten
Die Federal Administered Tribal Areas (FATA), die Bundesstaatlich Verwalteten Stammesgebiete, bilden neben den vier Provinzen Pakistans eine eigene, direkt der Zentralregierung in Islamabad unterstellte Einheit. Die FATA haben zwar weitgehende Autonomie, sind aber sowohl politisch als auch wirtschaftlich und sozial ein stark benachteiligtes Gebiet. Nur 3,1 Prozent der Bevölkerung leben in Städten. Lesen und Schreiben haben nur etwa 17,5 Prozent gelernt (und sogar nur drei Prozent der Frauen), verglichen mit 44 Prozent im übrigen Pakistan. Die medizinische Versorgung ist weitaus schlechter als im Rest des Landes, obwohl Pakistan in dieser Hinsicht ohnehin nicht gut gestellt ist. Schmuggeln ist neben einfachen Formen der Landwirtschaft ein Haupterwerb. Erst 1997 wurde in den FATA erstmals das allgemeine Wahlrecht für das Parlament in Islamabad praktiziert, doch die Wahlbeteiligung ist immer noch sehr niedrig.
Die FATA sind, in Anlehnung an das Verwaltungssystem der früheren britischen Kolonialmacht, in sieben »Agenturen« gegliedert, von denen sechs direkt an Afghanistan grenzen. Das Gebiet ist mit 27220 Quadratkilometern etwas größer als Mecklenburg-Vorpommern. Über die Einwohnerzahl gibt es unterschiedliche Angaben und Schätzungen: Die Zahl von vier Millionen dürfte der Wirklichkeit nahekommen. Mehrheitlich handelt es sich, wie auch auf der anderen Seite der Grenze, um Paschtunen. Die so ohnehin gegebenen Verbindungen wurden dadurch verstärkt, daß die US-amerikanische und pakistanische Führung die FATA während der Kriegs gegen die Sowjettruppen in den 80er Jahren zum Hinterland der Mudschaheddin umfunktionierten. Das begünstigte eine Militarisierung der Stammesgesellschaften und verstärkte ihre Abhängigkeit vom Waffen- und Drogenschmuggel, während es auf der anderen Seite die ohnehin schwache Zivilwirtschaft ruinierte.
Für die Armee sind die FATA traditionell tabu. Unter dem Druck der US-Regierung drangen im Juli 2002 pakistanische Streitkräfte erstmals seit der Staatsgründung 1947 in das Gebiet ein. Das war der Beginn eines schleichenden Bürgerkriegs, dessen Schwerpunkt in den Agenturen Nord- und Südwasiristan liegt.
(km)
Die FATA sind, in Anlehnung an das Verwaltungssystem der früheren britischen Kolonialmacht, in sieben »Agenturen« gegliedert, von denen sechs direkt an Afghanistan grenzen. Das Gebiet ist mit 27220 Quadratkilometern etwas größer als Mecklenburg-Vorpommern. Über die Einwohnerzahl gibt es unterschiedliche Angaben und Schätzungen: Die Zahl von vier Millionen dürfte der Wirklichkeit nahekommen. Mehrheitlich handelt es sich, wie auch auf der anderen Seite der Grenze, um Paschtunen. Die so ohnehin gegebenen Verbindungen wurden dadurch verstärkt, daß die US-amerikanische und pakistanische Führung die FATA während der Kriegs gegen die Sowjettruppen in den 80er Jahren zum Hinterland der Mudschaheddin umfunktionierten. Das begünstigte eine Militarisierung der Stammesgesellschaften und verstärkte ihre Abhängigkeit vom Waffen- und Drogenschmuggel, während es auf der anderen Seite die ohnehin schwache Zivilwirtschaft ruinierte.
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Für die Armee sind die FATA traditionell tabu. Unter dem Druck der US-Regierung drangen im Juli 2002 pakistanische Streitkräfte erstmals seit der Staatsgründung 1947 in das Gebiet ein. Das war der Beginn eines schleichenden Bürgerkriegs, dessen Schwerpunkt in den Agenturen Nord- und Südwasiristan liegt.
(km)
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