Zum Inhalt der Seite

Schnitzelfondue (3)

Daß am Sonntag abend in Klagenfurt 157 deutsche Hooligans kurzfristig verhaftet und registriert, trotz eindeutiger strafrechtlich relevanter Delikte dann aber bloß »unter Beobachtung« gestellt wurden, stinkt KPÖ-Bundessprecher Mirko Messner. »Milde ist im gegebenen Fall völlig fehl am Platz, die Abschiebung aller registrierten Hooligans wäre die angemessene Vorgangsweise.« Das Argument der Exekutive, die Nazi-Parolen der Hooligans hätten sich nicht »gegen bestimmte Personen« gerichtet und seien in der Menschenmenge nicht zuordenbar gewesen, läßt die KPÖ nicht gelten. Und der Kadi eigentlich auch nicht. Laut NS-Verbotsgesetz und Staatsvertrag ist jede neonazistische Betätigung strafbar und dies ist auch von den Behörden entsprechend zu exekutieren. Außerdem sieht das Strafgesetzbuch bis zu zwei Jahre Haft vor, wenn jemand in der Öffentlichkeit fremdenfeindliche Parolen ruft.

Die österreichischen Behörden sind bekannt für ihre Nachsicht gegenüber angereisten Nazis. Neulich stellten Kroaten bei einer Gedenkfeier für 1945 verreckte kroatische Faschisten in Bleiburg/Pliberk ganz offen Uniformen und Symbole der Ustascha-Faschisten zur Schau. Österreichische Polizisten erklärten kroatischen Medien, diese Symbole seien in Österreich nicht verboten. (jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 11.06.2008, Seite 16, Sport

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!