-
10.06.2008
- → Feuilleton
Strittmatter in der FAZ
Was tat Erwin Strittmatter (1912–1994) im Zweiten Weltkrieg? In der FAZ am Sonntag hatte der Literaturwissenschaftler Werner Liersch geschrieben, Strittmatter sei 1941 nicht wie von ihm behauptet zur Schutzpolizei, sondern zur der SS unterstellten Ordnungspolizei einberufen worden. Zwar sei nicht bekannt, ob Strittmatter an Massakern seines Bataillons in Slowenien und Griechenland beteiligt gewesen war, doch »er besaß Kenntnisse dieses Krieges von einem ungewöhnlichen Radius«, so der einstige Chefredakteur der Zeitschrift Neue deutsche Literatur (ndl). Die Witwe, Eva Strittmatter, äußerte sich in der FAZ vom Montag verwundert über den Überfall ihres Ex-ndl-Kollegen. Von der exponierten Rolle des Regiments ihres Mannes habe sie keine Kenntnis besessen. Hermann Kant sagte der Zeitung, er und sein »wunderbarer Freund« Strittmatter würden mit den »Vermutungen« des Literaturwissenschaftlers »schon fertig«. (ddp/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Feuilleton
