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Anno ... 10. Woche

1848, 3.–7. März: Die Zentralbehörde des Bundes der Kommunisten verlegt ihren Sitz von London nach Brüssel und –nach der dort postwendend erfolgten Ausweisung von Karl Marx – sofort weiter nach Paris. Dort konstituiert sich die Zentralbehörde unter Marxens Leitung neu; Mitglieder sind Friedrich Engels, Heinrich Bauer, Joseph Moll, Karl Schapper, Karl Wallau und Wilhelm Wolff. Ein Plan kleinbürgerlicher Demokraten, mit einer in Frankreich aufgestellten bewaffneten Legion deutscher Emigranten nach Deutschland zu marschieren und dort die Republik auszurufen, wird verworfen.

1918, 3. März: Um eine dringend erforderliche Atempause zur Konsolidierung der Sowjetmacht in Rußland zu erhalten, unterzeichnet die Sowjetregierung das in Brest-Litowsk von Deutschland und den anderen »Mittelmächten« wie Österreich und dem Osmanischen Reich diktierte Friedensabkommen.

1933, 9. März: Vier Tage nach den Wahlen zum Reichstag verkündet die Hitler-Regierung ohne jede verfassungsmäßige Grundlage die Annullierung der trotz des faschistischen Terrors von der KPD errungenen 81 Reichstagsmandate. In den folgenden Wochen werden auch die Land- und Kreistagsmandate der Partei kassiert und Haftbefehle gegen alle KPD-Mandatsträger erlassen, von denen sich – wie der Parteivorsitzende Ernst Thälmann seit dem 3. März – bereits Hunderte in der Hand der Faschisten befinden.

1953, 6. März: Nach dem Tod von Josef Wissarionowitsch Stalin (geb. Dschugaschwili) –der Generalsekretär der Kommunistischen Partei seit 1922, seit 1941 auch Regierungschef der UdSSR, starb am 5. März im Alter von 73 Jahren in Kunzewo bei Moskau – werden die beiden vakant gewordenen Ämter Georgi Maximiljanowitsch Malenkow (1902–1988; seit 1941 Kandidat, seit 1946 Mitglied des Politbüros) übertragen. Der 51jährige gilt als Anhänger des Verstorbenen. Während er als Vorsitzender des Ministerrates bis 1955 im Amt bleibt, wird er noch im September 1953 von Nikita Sergejewitsch Chruschtschow (1894-1971) als Erster Sekretär des Zentralkomitees der KPdSU abgelöst. Zwei Jahre später muß Malenkow – wegen des Scheiterns seines Wirtschaftskurses – seinen Posten an Nikolai Alexandrowitsch Bulganin (1895-1975), der zwischen 1947 und 1949 sowie von 1952 bis 1955 Verteidigungsminister war, abtreten. 1958 übernimmt Chruschtschow auch das Amt des Ministerpräsidenten, nachdem Bulganin wie zuvor schon Malenkow und andere »Altstalinisten« wegen parteischädigender fraktioneller Tätigkeit bestraft und aus der KPdSU-Führung entfernt worden waren. Mit der Übernahme der Parteiführung durch Leonid Iljitsch Breshnew (1906-1982) im Jahr 1964 endet auch die Zusammenlegung der Funktionen von Partei- und Regierungschef in der Sowjetunion.
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Erschienen in der Ausgabe vom 01.03.2008, Seite 15, Geschichte

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