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Leserbrief zum Artikel Geschichte der Sowjetunion: Mythos Kronstadt vom 09.03.2021:

Trotzki und Schlimmeres

Ein Freund gab mir den Hinweis zu dem Leserbrief von Leonhard Schäfer, der da subtilen Antikommunismus mit dem nicht enden wollenden Trotzkismus betreibt. Der Artikel über Kronstadt selbst ist sehr gut! Mir fehlt nur ein Hinweis auf den Wandel von Trotzki – übrigens symptomatisch. Lenin kritisierte ihn ja mehrfach, aber nach dessen Tod wurde aus Bronstein ein offener Reaktionär und Feind der Sowjetmacht, die man ja nicht von den Bolschewiki trennen kann. Sogar bei Isaac Deutscher ist das offensichtlich. Auf Seite 4001ff. in »Stalin – eine politische Biographie« schreibt er darüber, dass die britische Polizei am 12. Mai 1927 die Räume der sowjetischen Handelsvertretung in London durchsuchte und die britische Regierung zwei Wochen später die diplomatischen Beziehungen abbrach (aktuelle Analogien bestehen ja ebenfalls). Am 7. Juni wurde der sowjetische Gesandte in Warschau ermordet. Kurze Zeit danach kündigte Trotzki »an, dass er, falls die Lage kritisch werden sollte, auf einen Sturz der Regierung hinwirken werde …« (Nawalny etc.? Trotzdem es keine Sowjetmacht mehr gibt.) Und weiter: »Am 7. November 1927 führten Trotzki und Sinowjew ihre Anhänger in einer gesonderten Demonstration durch die Straßen von Moskau und Leningrad.« Mein Credo lautet immer: Opposition im Sozialismus kann nur Opposition zum Sozialismus sein. Und Sowjetmacht ohne Bolschewiki bedeutet nur Sozialdemokratismus à la Gorbatschow, Jelzin und Schlimmeres. Insofern ist das Teufelszeug die kleinbürgerliche Linke, die als imperialistischer Sklave ihr bzw. sein Handwerk betreibt. Zuerst waren es die Trotzkisten und in den USA die Browderisten mit Noel Field, danach die Eurokommunisten und später die Gorbatschowisten mit G. Gysi nebst den Grünen mit J. Fischer, Baerbock … Mit Konrad Wolf aus »Die Matrosen von Cattaro«, auch auf Kronstadt bezogen, sage ich: »Wer die Macht hat und sie nicht gebraucht, macht sich schuldig.«
E. Rasmus
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