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Leserbrief zum Artikel Moskau im Visier: EU will neue Strafen vom 23.02.2021:

Kontraproduktiver Druck

Der Heiko (der sich wohl »maaslos« überschätzt) und seine Kollegen – nur Frankreich hat auch wegen seiner »Force de frappe« und seiner weltweiten Präsenz von Französisch-Polynesien bis nach Französisch-Guyana Potentiale einer Großmacht, ist aber keine richtige Großmacht – haben Träume von Größe, die sich nie erfüllen werden.

Bevor man so richtig in Fahrt kommen könnte, werden die globale Erwärmung und ihre Folgen einerseits und der Aufstieg asiatischer Nationen wie China (und Indien?) begreiflich machen, dass man zu kurze und schwammige Beine hat. Europa ist noch Lichtjahre von einem einheitlichen politischen Handeln entfernt. Die ökonomische Basis für solche Überlegungen ist nicht erst seit den Folgen von Covid-19 eher im Rückgang als in der Expansion.

Nawalny ist ein – man muss da Putin Recht geben – unbedeutender russischer Politiker. Selbst wenn man diesen Luftballon aufblasen könnte, wäre es sehr unsicher, ob der als williger Satrap funktionieren würde. Er hätte dann enorme wirtschaftliche und militärische Potentiale unter sich und muss dann nicht so funktionieren, wie es »große Denker« vor allem in Deutschland planen. Eine Wiederholung blasser Führungsfiguren wie Gorbatschow oder Jelzin ist ein ziemlich leerer und irrealer Traum.

Jeder Versuch, Russland ökonomisch unter Druck zu stellen, wird die beginnende Integration mit China und anderen asiatischen Ländern stärken. Es gibt nicht ein einziges europäisches Produkt, das unersetzlich für Russland wäre. Die Sanktionen waren bisher auch ein Indikator, um Schwächen in der russischen Wirtschaft zu erkennen und anzugehen! Wenn man das Bruttosozialprodukt der EU mit dem Russlands vergleicht, scheint die Rechnung aufzugehen. Aber wenn man dann auf Russlands Seite noch China addiert, wird es ein Wahnwitz des europäischen Zwergs. Auch bei den strategischen Waffensystemen gibt es eine Unterlegenheit der Möchtegerns.

Nach den Erfahrungen der vier Jahre mit Trump müsste man auch begreifen, dass das mit der transatlantischen Partnerschaft kein einfaches Ding ist.
Achim Lippmann, Shenzhen/China
Veröffentlicht in der jungen Welt am 23.02.2021.
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