Schwarzer Kanal
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Leserbrief zum Artikel Gaspipeline: Wut der Verzweiflung vom 02.12.2019:

Deutsches Interesse

Im Gasstreit geht es um viel mehr als Energielieferungen, hier geht nach wie vor um Weltstrategie, Washington attackiert »Nord Stream 2« aus diesem Grund. Wer Eurasien führt, beherrscht die Welt, brachte Mackinder seine Geostrategie auf den Punkt (1904). Vor allem, wenn das rohstoffreiche Russland mit dem industriestarken Deutschland zusammenwachse. Darum ist eine zweite »North-Stream«-Pipeline durch die Ostsee den US-Amerikanern ein Dorn im Auge. Immer geht es um Mackinders Geostrategie, indem hier auf keinen Fall Handel, Wandel und Frieden herrschen dürfen, weil dies die transatlantische Dominanz bedrohen würde.
Aktuell stelle Russland »ein Drittel des europäischen Erdgases« und liefere es mit Hilfe von drei Pipelines. Putins Erdgaspipeline sei dazu konzipiert, Europa vom russischen Erdgas »abhängig« zu machen. Zudem diene sie dazu, Zwietracht in der EU wie auch im transatlantischen Bündnis durch das »Überbrücken« der als Hindernis gebildeten »postsowjetischen-Gruben« zu säen: Während vor allem die postsowjetischen Staaten den Bau der Gasrohre ablehnten, unterstütze Deutschland ihn, da es mit Hilfe der Leitung »zur Drehscheibe und zum Verteiler« russischen Erdgases in der EU werde. In der Tat hält Berlin an der Pipeline, von der es stark profitieren wird, gegen den US-amerikanischen Widerstand unbeirrt fest: Wo deutsche Nationalinteressen bedroht sind, hört die Loyalität zu den Vereinigten Staaten und an der EU auf, und das scheint am Anfang des 21. Jahrhunderts so gut zu sein!
Istvan Hidy
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