Schwarzer Kanal
Gegründet 1947 Sa. / So., 7. / 8. Dezember 2019, Nr. 285
Die junge Welt wird von 2220 GenossInnen herausgegeben

Leserbriefe

Liebe Leserin, lieber Leser!

Bitte beachten Sie, dass Leserbriefe keine redaktionelle Meinungsäußerung darstellen. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zur Veröffentlichung auszuwählen und zu kürzen. Leserbriefe sollten eine Länge von 2.500 Zeichen (etwa 390 Wörter) nicht überschreiten. Kürzere Briefe haben größere Chancen, veröffentlicht zu werden. Bitte achten Sie auch darauf, dass sich Leserbriefe mit konkreten Inhalten der Zeitung auseinandersetzen sollten. Ein Hinweis auf den Anlass Ihres Briefes sollte am Anfang vermerkt sein (Schlagzeile und Erscheinungsdatum des betreffenden Artikels bzw. Interviews). Online finden Sie unter jedem Artikel einen Link »Leserbrief schreiben«.

Einsendungen bitte an: leserbriefe@jungewelt.de

Nur Leserbriefe, die an diese Mailadresse geschickt werden, werden von uns berücksichtigt!

Per Post: junge Welt, Torstr. 6, 10119 Berlin, Kennwort: Leserbriefe

 

Leserbrief zum Artikel Weltmacht und Weltmarkt: Digitalisierung und Dollar vom 14.10.2019:

Nichts Substantielles

(...) Der Autor teilt uns weder über den Dollar noch über »Digitalisierung« irgend etwas Substantielles mit. Man könnte das Ganze so zusammenfassen: Am Anfang war die Supermacht USA, die schuf den Dollar als Leitwährung und später »das Internet« und hat damit noch die Konzerne »hochgezüchtet«, »die es für ihr Geschäft benutzen, darüber immer weiter wachsen und kraft ihrer Kapitalgröße und ihres technischen Vorsprungs den Weltmarkt in dieser Sphäre zu großen Teilen dominieren«. Andere Staaten würden gerne mit eigenen »Global Playern« dagegen anstinken, aber die USA bestehen auf dem Recht des Stärkeren.
Und was soll man da tun? Sich wieder hinlegen oder gar andere Mächte gegen die Supermacht unterstützen? Die oberflächlichen Ausführungen des Autors könnten eigentlich nur solche Konsequenzen zulassen. Für ihn scheinen die Staaten die Akteure zu sein, die sich bemühen, weltweit agierende Konzerne als Global Player »hochzuzüchten«.
Bei Marx, Lenin und vielen anderen haben wir gelernt, dass es sich genau umgekehrt verhält: Der Staat ist das Instrument der herrschenden Klasse, und die Monopole benutzen Staaten in ihrem Kampf um die Aufteilung und Neuaufteilung der Welt. Es wäre notwendig, diese Grundgedanken auf die aktuelle Entwicklung anzuwenden, dann könnte man verstehen, dass ein Kapitalismus ziemlich am Ende sein muss, der sich Figuren wie Trump und Johnson, aber auch Merkel und Kramp-Karrenbauer an die Spitze setzt, und dass es keine andere Lösung gibt, als die Produktivkräfte, die ganze Maschinerie einschließlich der digitalen Netze dem Kapital zu entreißen und in den Besitz der Gesellschaft zu überführen, um mit ihnen etwas Nützliches zu machen.
(Ich spare mir Ausführungen zum Thema »Digitalisierung«, wovon Herr Wentzke offensichtlich rein gar nichts versteht, ich verweise auf mein Buch zu diesem Thema, siehe https://www.streitbarer-materialismus.de.)
Michael Seiler
Veröffentlicht in der jungen Welt am 19.10.2019.
Weitere Leserbriefe zu diesem Artikel:
  • Unhaltbare Vorherrschaft

    Die USA waren bekanntlich mal das »Land der unbegrenzten Möglichkeiten«. Dank des Reichtums des eigenen Landes (u. a. Ölvorkommen) und einer für sie sehr glücklichen internationalen Entwicklung im 20....
    Istvan Hidy