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Leserbrief zum Artikel DDR 1989: Ab in den Westen vom 11.09.2019:

Nach fremder Pfeife

Man muss nicht einer Meinung mit dem Autor sein, der die der Bundeszentrale für politische Bildung vertritt: Die wirtschaftliche (Miss-)Entwicklung und der Unwillen der Bürger führten zum Ende der DDR. Logisch, dass dabei Honecker gegen Ulbricht ausgespielt wurde. Die westdeutschen Kommentare der Ulbricht-Zeit ließen übrigens keinen guten Faden an selbigem. Die von Gorbatschow eingeleitete »Erneuerung« brachte logischerweise nicht nur in der Sowjetunion, sondern auch in den übrigen Ländern des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe die sogenannten Reformer ans Tageslicht, die sich auf höheren Ebenen der SED breitmachten und die Verfassungsänderung vorbereiteten. Letztlich wählten sie das »System« (sprich: den Sozialismus) ab und dienten sich dem neuen System (sprich: dem Kapitalismus) an. Gegen die zentrale Wirtschaftsplanung als Voraussetzung für den Sozialismus zu sein, versteckt nur das Desinteresse an breiten Schichten der Bevölkerung. Es war den Reformern schlichtweg egal, dass die soziale Komponente verschwand. Häufig vergessen wird übrigens, welche rechten Kreise das »paneuropäische Picknick« sponserten. Reform-Ungarn tanzte bereits seit Anfang der achtziger Jahre, zu Beginn vorsichtig, nach der Pfeife des IWF.
Alexandra Liebig
Veröffentlicht in der jungen Welt am 12.09.2019.
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