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Leserbrief zum Artikel USA gegen Iran: Beweise à la USA vom 15.06.2019:

Wer einmal lügt …

Wieder einmal betreiben die Kriegstreiber in der US-Regierung ein tödliches Spiel. Da soll der Iran verantwortlich für den Angriff auf zwei Tanker sein. Teheran bestreitet dies. Für mich stellt sich die Frage, warum der US-Regierung mehr geglaubt wird als der iranischen Regierung. Natürlich, weil die Amerikaner die »Guten« sind und die iranische Regierung die »Bösen«, und unsere den USA hörige Regierung übernimmt dieses Schema. Warum wird nicht bedacht, dass eventuell die US-Regierung diese Tat inszeniert hat, um wieder einmal einen Grund zu haben, Krieg zu führen? Es ist doch verdächtig, dass unterschiedliche Darstellungen der Angriffe bestehen. Es ist doch ein komischer Zufall, dass US-Drohnen sofort da waren, um Bilder und Filme zu liefern. Ist es nicht bezeichnend, dass die Filmaufnahme des angeblichen Bootes der Revolutionsgarden von so schlechter Qualität ist, dass man alles hineininterpretieren kann?

Diese Fragen zu stellen, haben die meisten deutschen Politiker nicht den Mut, denn Trump könnte ja verärgert werden. Es wird Zeit, den Amerikanern ihr Grenzen aufzuzeigen. Das betrifft nicht nur, aber vor allem, die Kriegspolitik, denn die US-Regierung führt Kriege immer außerhalb der USA. Die US-Bürger haben keine Erfahrung, was Krieg bedeutet, sie sind ja nie betroffen.

Ein Sprichwort besagt: »Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er mal die Wahrheit spricht.« Die Glaubwürdigkeit der US-Regierungen geht gegen null! Die US-Außenpolitik hat mit Lügen über den Tonkin-Zwischenfall, bei dem angeblich ein Kriegsschiff der US-Marine von nordvietnamesischen Schnellbooten angegriffen wurde, den Vietnamkrieg provoziert. Die Brutkastenlüge im ersten Irak-Krieg, laut der irakische Soldaten kuwaitische Säuglinge in einem Krankenhaus in Kuwait-Stadt getötet haben sollen, war ein weiteres Beispiel der unverantwortlichen Kriegspolitik der US-Regierung. Spätestens seit den Lügen um angebliche Chemiewaffen im Irak oder das sogenannte Racak-Massaker im Kosovo, die alle als offizielle Kriegsgründe dienten, ist die Glaubwürdigkeit der US-Politik erschüttert. Auch im jetzigen Fall ist eine Inszenierung durch die USA nicht auszuschließen.
Werner Hillenbrand
Veröffentlicht in der jungen Welt am 01.07.2019.
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