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Leserbrief zum Artikel »Die Kapitalisten sind zu weit gegangen« vom 05.01.2019:

Unheilvoller Mechanismus

Kapital-Krise-Krieg, ein Dreigestirn, das diese Gesellschaft prägt und ausmacht. Ein unheilvoller Mechanismus, der bis in unsere Tage sein Tun und Streben offenbart. Können Kapitalisten eigentlich zu weit gehen? Müssen sie es nicht und tun sie es denn nicht seit ihrer Existenz, getrieben von dem Bewegungsgesetz des Kapitals, das keine Grenze kennt? Die Erscheinungsformen der Krisen haben sich gewandelt, sie haben globale Ausmaße angenommen und mit dem Finanzkapital und seinen Verflechtungen bis zum Staatsmonopolismus ungekannte Krisenkräfte erstehen lassen und auch Kräfte ihrer »Regulierung« zu Lasten der unterdrückten Völker und Werktätigen. »Der letzte Grund aller wirklichen Krisen bleibt immer, die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.« (Marx/Engels Bd. 25, S.501) Daran hat sich nichts geändert. »Während die Produktivkraft in geometrischer Reihe wächst, schreitet die Ausdehnung der Märkte bestenfalls in einer arithmetischen Reihe fort«, das Wort von Engels scheint ebenso noch zutreffend, wie es die Funktionen der Krisen sind. Oder ist die Kapitalvernichtung etwa nicht in gigantischem Ausmaße gestiegen, was nach einer sozialistischen Gesellschaft schreit?
Roland Winkler, Aue
Veröffentlicht in der jungen Welt am 07.01.2019.