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Leserbrief zum Artikel Glyphosat: Buhmann Agrarminister vom 29.11.2017:

Triebkraft Profit

Glyphosat ist ein Gift – ein starkes Gift. Es vernichtet alle damit behandelten Grünpflanzen mit Ausnahme von gentechnisch veränderten Pflanzen, denen man eine Glyphosat-Resistenz »beigebracht« hat wie Soja und Mais. Wer braucht so etwas? Die Frage ist legitim und relativ einfach zu beantworten: 1.) Die Produzenten dieses Giftes, 2.) die Produzenten von Nahrungs- und Futtermitteln sowie 3.) die Produzenten von Biogas und Biotreibstoffen. Im Jahr wird in der Welt circa eine Million Tonnen dieses Stoffes hergestellt. Für jeden Menschen dieser Erde stehen also jährlich mehr als 100 Gramm »bereit«. Das ist das Vierfache der für einen erwachsenen Menschen im Körper zulässigen Menge. Auf den so behandelten Feldern sind natürliche biologische Kreisläufe beseitigt. Was das für das gesamte Gleichgewicht in der Natur bedeutet, ist für die Produzenten in der Kalkulation bedeutungslos. Der Verbraucher, d. h. die Mehrzahl der Menschen, braucht dieses Gift nicht. Ich kenne keine Studie – auch keine von Monsanto bezahlte –, die Auskunft darüber gibt, ob und wie durch den Einsatz von Glyphosat der Hunger in der Welt zurückgegangen ist. Einzig und allein Profit der beteiligten Konzerne ist die Triebkraft dieses vehementen Einsatzes von Politikern und auch Wissenschaftlern, die uns erzählen wollen, dass Glyphosat unbedenklich für den Menschen ist. 1,6 Millionen Unterschriften allein in der EU gegen Glyphosat reichen nicht, denn wer lässt sich schon durch solche Quertreiber oder durch aktuelle wahltaktische Geplänkel in Deutschland diesen Extraprofit versauen? Der demnächst größte Chemiekonzern der Welt, Bayer-Monsanto, bestimmt nicht. Schnelles Handeln war also gefragt. Der Landwirtschaftsminister Schmidt hat seinen Auftrag vorbildlich erfüllt. Glaubt Harald Weinberg (Linke) tatsächlich selbst, was er bei Facebook ablässt? (Er hatte behauptet, der Landwirtschaftsminister habe mit seinem Votum lediglich bekannt werden wollen – dies hatte jW als »Zitat des Tages« gebracht; d. Red.) Mit einem Eintrag in das »Zitat des Tages« bei jW ist er noch gut davongekommen, und so ist er jetzt vielleicht so bekannt wie Minister Schmidt. Der sitzt die »Kritik« von Merkel auf einer Arschbacke ab, und wir werden ihn demnächst wiederfinden vielleicht als Verkehrsminister oder im Vorstand von Bayer-Monsanto – aber bestimmt nicht als Pförtner im Bundestag.
Günter Pelzl
Veröffentlicht in der jungen Welt am 02.12.2017.

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