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Onlineaktionsabo

»Die Reichweite der jW nimmt überall zu«

Interview mit Daniel Hager, Leiter der Online-Abteilung der Tageszeitung junge Welt
Von Interview: Christophe Immer
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Daniel, für viele ist das Internet bekanntlich immer noch »Neuland«. Wie werden die Angebote der Tageszeitung junge Welt dort angenommen?

Wir sind auf den unterschiedlichsten Plattformen präsent. Die Nutzung unserer Angebote auf Social Media nimmt durchgängig zu, die unserer Website ist positiv stabil.

Woran liegt das?

Inhalte werden zunehmend in den anderen Apps – Facebook, Instagram – konsumiert, der Schritt aus diesen Systemen beispielsweise auf unsere Website wird von den Netzwerken erschwert – die Menschen sollen im »Ökosystem« eines Konzerns gehalten werden, der klassische Webbrowser ist daher der Feind. Überall sonst nimmt die Nutzung der eigentlichen Websites ab, bei uns bleibt sie stabil, wächst leicht an. Schon das ist ein Erfolg.

Lohnen sich Social-Media-Präsenzen?

Klar, wegen der Reichweite und der Bekanntheit. Es ist ein Weg, unsere Inhalte und Positionen zu verbreiten, und etliche Menschen informieren sich ausschließlich über sogenannte soziale Netzwerke. Wir erreichen mit unseren Beiträgen oft Hunderttausende, bisweilen mehrere Millionen Menschen. Die Reichweite der jW nimmt überall zu, mit einer Ausnahme: X (vormals Twitter). Deren Algorithmen benachteiligen Beiträge mit externen Verweisen, zum Beispiel auf die jW-Website. X wird unter Elon Musk zunehmend zu einem rechten Drecksloch.

Unsere Präsenz auf Instagram und Facebook wird beständig mehr genutzt. Facebook eher von der Generation über 30, und bei Instagram bemerken wir, dass gerade junge Leute sich zunehmend mit ihrer, mit unserer Zeitung identifizieren. Interaktionen und die Bereitschaft zu Kooperationen nehmen zu.

Herausfordernd bleibt da sicherlich die Monetarisierung. Wie lässt sich diese Reichweite für die jW nutzen?

Monetarisierung ist tatsächlich die Herausforderung. Die Anforderungen an Inhalte für das Internet wachsen. Verlangt werden beispielsweise Analysen und Hintergrundberichte im Bewegtbild, als Video also. Das kostet Zeit und Ressourcen. Es bleibt daher wichtig, den »Gelegenheitsleser«, der immer wieder auf unterschiedlichen Kanälen jW-Inhalte liest, zum klassischen Abo, gerne auch online, zu bewegen. Natürlich freuen wir uns auch über Spenden; ein kleiner Dauerauftrag kann eine Art symbolisches Abo oder ein Dankeschön für unsere Inhalte sein.

Die jW bewirbt gerade ein Onlineaktionsabo: zehn Wochen für zehn Euro.

Das Abo ermöglicht nicht nur die Nutzung der kompletten Website der jW (auch als App), sondern ermöglicht und unterstützt auch unsere Arbeit auf den anderen Kanälen. Direkte Benefits sind der Zugang zu Inhalten hinter der Bezahlschranke und der Zugriff auf unser umfangreiches Archiv, und das bietet, gerade wenn man sich vertieft in Themen einlesen möchte, etliches – seit 1997 übrigens.

Zum Kennenlernen der jW also ideal?

Ja, und zur Unterstützung unserer Arbeit, auch auf den anderen Kanälen. Im Rest des Neulands sozusagen.

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