Gegründet 1947 Sa. / So., 5. / 6. Dezember 2020, Nr. 285
Die junge Welt wird von 2453 GenossInnen herausgegeben
13.11.2020, 19:50:02 / jW stärken!

Antifaschismus als Prinzip

Die junge Welt ist ein Resultat des Sieges über den Faschismus – bis heute
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Dirk Keul vom Aktionsbüro legt am 8.5.2020 am sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Tiergarten den Kranz der jungen Welt nieder

Die junge Welt ist seit ihrer Gründung im Jahr 1947 dem Antifaschismus verpflichtet. Sie ist in den Trümmern des Zweiten Weltkriegs als Zeichen des Sieges über den Faschismus gegründet worden. Die großen Faschismusforscher der DDR haben in jW geschrieben – in unserer Broschüre »Barbarossa. Raubkrieg im Osten« sind einige Beiträge von ihnen versammelt. Wer diese Tageszeitung liest, weiß, was Faschismus ist, wie er in die Köpfe der Beherrschten hineingedrückt, bei Widerspenstigkeit hineingeprügelt und -gefoltert wurde und wird.

Man kann es auch wissen, weil die Zeitung zum Beispiel darüber berichtet, wie Bereitschaftspolizisten heutige Naziaufmärsche schützen und blockierende Antifaschisten malträtieren. Unsere Erfahrung ist leider auch, dass darüber zu schreiben nicht reicht. Immer wieder einmal, derzeit etwa nach Demonstrationen sogenannter Coronaleugner, kündigen einige wenige jW-Leserinnen und -Leser ihr Abonnement. Wir seien jetzt Mainstream und machten Regierungspolitik – und bei den Demos sei von Nazis keine Spur zu sehen. Wir beweisen hingegen mit Wort und Bild, welche Rolle Rechte dabei spielen und dass sie in relevanter Zahl auftreten. AfD und Nazis erweitern somit ihren Einfluss in der Gesellschaft. Dazu kann die junge Welt nicht schweigen.

So traurig diese Entwicklung ist, sie verpflichtet uns, noch größere Aufmerksamkeit der Rechtsentwicklung und Faschisierung zu schenken. Da sind die Angriffe des Staates auf die »Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten« (VVN-BdA), der die Berliner Finanzverwaltung den Status der Gemeinnützigkeit entzogen und die sie damit in Existenznot gebracht hat. Da ist der Fakt, dass der Verfassungsschutz eine Rolle bei den Morden der NSU-Terroristen spielte. Oder: Die jW berichtete von der Beratung der AfD durch den damaligen Chef des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, von den Morddrohungen gegen linke Politiker durch rechtsradikale Gruppierungen in der Polizei. Und, und, und.

Es braucht eine Zeitung, die nicht staatstreu darüber schreibt, wenn es brennt, sondern die Feuerteufel und ihre Hintermänner vor ihren geplanten Verbrechen benennt, deren Strategien offenlegt und antifaschistischen Widerstand fördert. Diese Zeitung ist die junge Welt – und sie ist unverzichtbar. Wer das auch so sieht, der versteht, dass sie eine solide wirtschaftliche Grundlage benötigt, die auf der Solidarität von Leserschaft und Zeitung beruht. Denn von keiner Partei, keiner Kirche, keinem Unternehmen und keiner Stiftung wird sie finanziert. Wir benötigen die Unterstützung durch Print- und/oder Onlineabonnements. Wenn Sie keines oder eins von beiden nicht haben, bestellen Sie bitte die junge Welt und stärken Sie die konsequent antifaschistische Stimme in der deutschsprachigen Zeitungslandschaft.

Redaktion und Verlag

Jedes Abo ist unverzichtbar – jetzt bestellen: www.jungewelt.de/abo

Unverzichtbar!

»Die junge Welt ist die Zeitung gegen Krieg, die schreibt, was andere weglassen. Nur durch Information ist Veränderung möglich, deswegen ist sie für uns unverzichtbar.«  – Rose-E. Wachata und Sonja Riedel für die jW-Leserinitiative Chemnitz/Erzgebirge

Eine prinzipienfeste, radikal kritische Tageszeitung ist durch nichts zu ersetzen für all diejenigen, die dem real existierenden Kapitalismus und Faschisten etwas entgegensetzen wollen.

Diese Zeit braucht eine starke linke Stimme – gedruckt und online!

Auftakt der jW-Mietenserie: Heute Teil 1 – »Wohnen als Goldgrube. Die Inwertsetzung einer Mietnation«!