jW online: Havanna2010-Blog

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    21.02.2010, 18:20 Uhr

    Erfolgreicher Abschluß

    In Havanna ist am Sonntag die diesjährige Internationale Buchmesse zu Ende gegangen. Nach einer vorläufigen Einschätzung des Pressezentrums dürften etwas mehr Menschen als im Vorjahr die Ausstellung besucht haben, als knapp eine Million Besucher gezählt wurden. Die Zahl der verkauften Bücher sei hingegen vermutlich leicht gesunken. Dazu beigetragen haben dürfte die Kältewelle. Erst am Wochenende präsentierte sich die kubanische Hauptstadt wieder mit strahlend blauem Himmel und rund 30 Grad Wärme. Hunderttausende zogen bei diesem Wetter zur Cabaña, der historischen Festung über dem Hafen von Havanna und wichtigstem Schauplatz der Buchmesse. Auf den Mauern der Festung saßen alte und junge Menschen, viele von ihnen mit der spanischsprachigen Sonderausgabe der jungen Welt in der Hand, die auch diesmal reißenden Absatz fand und teilweise sogar an den zentralen Infopunkten der Ausstellung gemeinsam mit dem Tagesprogramm verteilt wurde.

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    21.02.2010, 18:10 Uhr

    »Lieber zuviel Freiheit«

    Interview: André Scheer
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    Über neue Tendenzen in der Literatur Lateinamerikas, Chávez’ Bekenntnis zum Marxismus und die Wahlen in Venezuela. Ein Gespräch mit Luis Britto García

    Luis Britto García (geboren 1940 in Caracas) ist einer der bekanntesten Schriftsteller, Essayisten und Literaturwissenschaftler Venezuelas. Auf der Internationalen Buchmesse in Havanna stellte er seinen neuen Roman »Pirata« vor

    Welchen Eindruck haben Sie von der Internationalen Buchmesse in Havanna?

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    21.02.2010, 16:00 Uhr

    Die Macht der Dose

    Christof Meueler

    Jürgen Trittin hat Kuba noch nicht erreicht. Die Macht der Blechdose ist ungebrochen. Bier und Limonade werden aus Dosen ausgeschenkt. Auf der Buchmesse warten sie in großen Bottichen auf Nachfrage. Das Kühlwasser sieht so aus, als würde man gerade Tapetenkleister mit Schneematsch anrühren. Grundlage sind Eisblöcke, die jeden Morgen neben den Ständen angeliefert und dann in den Bottichen zerschlagen werden. Wie ist der Geschmack? Die normale Limonade lala, die Cola angenehm, weil sie nicht so sooo süß ist und das Bier ist sehr gut – was man bekanntlich von sehr wenigen Ländern behaupten kann. Allerdings ist die bekannteste Sorte, "Bucanero", auch die langweiligste, weil geschmacklich sehr dezent. Obwohl es über ein kerniges Piraten-Outfit verfügt, geht in Richtung Brause. Besser ist das „Crystal", es hat mehr Kraft. Manche sagen, das „Crystal" sei das Bier für die Frauen. Und angeblich suchen die sich in Kuba ihre Männer aus. Die sitzen dann brav rum und halten sie am „Bucanero" fest und auch wen sie größten Machos sein mögen, freuen sie sich über den guten Geschmack der Frauen. „Crystal" und „Bucanero" kann man für CUC kaufen, sie sind in jedem Restaurant für Touristen erhältlich. Auf der Buchmesse gibt es „Cacique" und „Mayabe" für normale Peso. Beide sind sehr bierig und sehr wenig limonadig, also sehr lecker. Dagegen schmeckt das „Bucanero" wie ein beliebiges Bier aus der Dortmunder Unionsbrauerei. Tatsächlich werden alle kubanischen Biere in einer Provinz gebraut: Holguín im Südosten. Zeitweise hat die DDR bei der Herstellung geholfen. Das berühmte deutsche Reinheitsgebot ist also bis heute glücklich eingedost. Anders als beim Dortmunder Einheitsbier in diversen Verpackungen ist bei der sehr übersichtlichen Zahl von kubanischen Biermarken eine Differenzierung drin, die man schmeckt.



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    20.02.2010, 21:00 Uhr

    Ten years after

    Marion Leonhardt
    Michael Delgado Jardines
    Michael Delgado Jardines

    25 Jahre jung ist Michael Delgado Jardines. Der Deutschstudent unterstützt uns tatkräftig als Dolmetscher auf der Messe. Einer, der vielseitig interessiert ist und die Dinge hinterfragt. Einer, der sein Deutsch- und Französischstudium ebenso ernst nimmt wie seine Übersetzeraufgaben bei uns. Und wie für viele kubanischen Jugendliche ist Spaß ein wichtiger Faktor für ihn, das Einlassen auf das Hier und Jetzt.

    Wo sieht er sich in 10 Jahren? Wie lebt er dann? Was erwartet er von seiner Zukunft? Erstaunlich klare Vorstellungen hat er da. Heiraten möchte er auf keinen Fall, was ihm gewiß die Zustimmung seiner bundesdeutschen Altersgenossen einbringen würde. Aber zwei oder drei Kinder hätte er gern mit seiner österreichischen Freundin. Viel Zeit möchte er mit den Kindern verbringen und sich intensiv um sie kümmern. Deswegen will er dieses Projekt auch erst später angehen, wenn er beruflich Fuß gefasst hat und mehr Lebensreife besitzt. Die vermisst er oft bei jungen Leuten, die zu früh Eltern werden. Er jedenfalls möchte erst Fuß fassen. Konkrete Pläne gibt es da.

    Die Liebe zu Sprachen ist bestimmendes Element seiner beruflichen Zukunft. Eine Tätigkeit als Dolmetscher und Betreiber einer Sprachenschule sieht er für sich. Da kann er sein organisatorisches Talent ausleben. Und die Inhalte müssen stimmen, Geschichte und Naturwissenschaften sind seine Spezialgebiete. Aber auch das Team ist wichtig, die Chemie unter den Kollegen muss passen. Und das Leben außerhalb der Arbeit? Sport, Sport und nochmals Sport. Leichtathletik, Fußball und die Dokumentation aller wichtigen Fußballergebnisse – auch die der deutschen Bundesliga. Ach ja, auch Reisen sieht der Sprachbegabte als Teil seines Erwachsenenlebens. Brasilien, Niederlande und die Schweiz sind anvisierte Reiseziele. Und vielleicht lebt man auch eine Zeit lang in der österreichischen Heimat der Freundin.

    Zukunftsangst? Nein, nicht wirklich. Vor Ende des Studiums vielleicht ein wenig vor dem beruflichen Scheitern. Aber ansonsten strahlt Michael mit der Sonne, die uns heute wärmt, um die Wette. Wünschen wir ihm, dass seine Träume sich erfüllen und er und seine Gesellschaft, in der er lebt, ihren Weg ungehindert gehen können.


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    19.02.2010, 23:00 Uhr

    Pfeifen und klopfen

    Christof Meueler
    In Kuba wird grundsätzlich gepfiffen. Nicht auf zwei Fingern, sondern durch die Zähne. Wenn jemand im Weg ist, wenn jemand herkommen soll, wenn jemand die Schrittrichtung ändern soll oder wenn man jemanden warnt, damit er nicht vor das nächstbeste Auto laufen soll. Polizisten pfeifen und schütteln den Kopf. Kellner pfeifen und weisen auf den freien Tisch. An der Haltestelle wird gepfiffen, wenn der nächste Bus kommt. Die Pfeifsprache beherrschen Männer und Frauen gleichermaßen. Und zur allgemeinen Pfeif-Steigerung verfügen viele Autos über eine spezielle Sirenenhupe, klingt wie das Tröten der Fußballfans ims Stadion. Geseufzt wird dagegen, wenn man beim Dominospiel keinen Stein mit passender Zahl hat. Und dann wird kurz auf den Tisch geklopft. Auf die Mitspieler wirkt das wie ein guter Witz. Sie freuen sich wie über ein ganz besonderes Kompliment.
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    19.02.2010, 20:00 Uhr

    Mit oder ohne Blockade

    André Scheer
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    In der Altstadt von Havanna gibt es derzeit über 100 Rekonstruktionsprojekte

    Sanierung des historischen Zentrums der kubanischen Hauptstadt wird durch den Boykott der USA und Deutschlands erschwert

    Das »Haus der Sklaven« im Zentrum von Habana Vieja, der Altstadt von Havanna, wurde 1629 von einem spanischen Adligen errichtet. Später nisteten sich in dem großen Palast Sklavenhändler ein, die durch den Verkauf von aus Afrika verschleppten Menschen ein Vermögen anhäuften. Der Volksmund taufte das Haus deshalb entsprechend, und bis heute ist es unter diesem Namen bekannt. Das berichtete Havannas Stadthistoriker Eusebio Leal, der in dem aufwendig restaurierten Gebäude derzeit seine Büros hat. Doch nicht mehr lange, wie er hinzufügte, denn in Kürze soll im Erdgeschoß ein Marionettentheater für Kinder einziehen, während die großartige Akustik im Obergeschoß für Konzertaufführungen genutzt werden soll. Eigentlich sollte das Haus jedoch einen ganz anderen Nutzer haben, das deutsche Goethe-Institut. Die Verträge über die Einrichtung einer Niederlassung dieses Vereins zur Förderung der deutschen Sprache im Ausland lagen bereits unterschriftsreif vor, als die Bundesregierung ihre Bereitschaft zur Eröffnung zurückzog und sich dem von der EU im Juni 2003 beschlossenen Kulturboykott gegen Kuba anschloß. Bislang zeigt sich Berlin nur zögerlich bereit, zu einer Kooperation auf Augenhöhe mit der Insel zurückzukehren.
    Eusebio Leal, dessen Vorfahren mütterlicherseits als Calvinisten aus Süddeutschland 1808 nach Kuba ausgewandert waren, bedauert das sehr. Der Beauftragte für die Sanierung der historischen Gebäude in der Altstadt sieht in der Rekonstruktion historischer Bauten in Dresden beispielsweise ein wichtiges Vorbild für seine Arbeit und würde gern die Zusammenarbeit mit seinen deutschen Kollegen intensivieren. So aber trägt Deutschland einen Teil zur Blockade Kubas durch die USA bei.
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    18.02.2010, 23:00 Uhr

    Großer Bahnhof bei Kollegen

    André Scheer
    Elson Concepción Pérez
    Elson Concepción Pérez von der Tageszeitung Granma

    Kubas Journalisten zeigten sich gestern sehr interessiert am Austausch mit ihren deutschen Kollegen, uns. Im Gebäude des kubanischen Journalistenverbandes UPEC wurden wir von nicht weniger als einem guten Dutzend Mitarbeitern von Zeitungen, der Nachrichtenagentur ACN und Habana Radio begrüßt. Auch UPEC-Präsident Tubal Páez und mehrere der insgesamt sechs Vizepräsidenten nahmen an dem Gespräch teil, an dem von unserer Seite leider nur fünf Kolleginnen und Kollegen teilnehmen konnten.

    Bereitwillig gaben die Kollegen Auskunft über ihre Arbeitsbedingungen und amüsierten sich über die von ausländischen Journalisten immer wieder geäußerte Vermutung, sie müßten ihre Artikel vor der Veröffentlichung erstmal bei der Partei vorlegen. Das sei absoluter Unsinn, bestätigten alle. Allerdings müsse man als kubanischer Journalist manchmal auf eine Story verzichten, um nicht dem eigenen Land zu schaden. »Wenn eine spanische Hotelkette zum Beispiel ein neues Haus bauen will, dann wäre das eigentlich eine wichtige Nachricht. Wenn wir die aber zu früh bringen, würden die USA das nutzen, um noch zu versuchen, den Bau zu verhindern«, erläuterte Páez. Neun von zehn Handelsabkommen kämen letztlich nicht zustande, weil Washington Druck auf die Handelspartner ausübe, kritisierten die Journalisten, denen die Nachrichten von nicht weniger als 40 Agenturen aus aller Welt zur Verfügung stehen, darunter die deutsche DPA, die französische AFP, aber auch die US-amerikanische AP.

    Für US-Journalisten gibt es eine Ausnahmegenehmigung der US-Regierung, so daß sie für Reisen nach Kuba nicht bestraft werden. Insgesamt 157 ausländische Korrespondenten sind in Havanna akkreditiert, darunter auch Vertreter von AP, CNN und anderen US-Medien. »Uns ist es lieber, wenn sie über Kuba aus Havanna berichten als aus Miami«, begründete Elson Concepción Pérez von der Tageszeitung Granma, warum die kubanische Regierung die Präsenz dieser ihr nicht gerade freundlich gesonnenen Reporter gestattet. Umgekehrt sei das allerdings anders, kein einziger kubanischer Journalist dürfe als ständiger Korrespondent aus den USA berichten. »Es gibt nur einen kubanischen Korrespondenten in den USA, aber der ist bei der UNO akkreditiert und darf nur darüber berichten, was in der UNO passiert, nicht aber über etwas, das auf der anderen Straßenseite geschieht.« Nur zu besonderen Ereignissen wie Sportmeisterschaften könne Washington den kubanischen Journalisten die Visa und Akkreditierung nicht verweigern.



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    18.02.2010, 22:00 Uhr

    Habana Vieja - Soziale Stadtentwicklung statt Gentrifizierung

    Marion Leonhardt
    Eusebio Leal
    Eusebio Leal und Tobias Kriele

    Wir sind noch damit beschäftigt, den großzügigen Innenhof des im 17. Jahrhundert erbauten Herrenhauses zu bestaunen und das große Wohnzimmer mit der meterhohen Decke und dem glanzvollen Interieur zu bewundern, als Eusbio Leal Spengler den Raum betritt.


    Nun kommt doch so etwas wie ein wenig Ehrfurcht und Respekt bei uns auf, als der Stadthistoriker von Havanna und Vater eines weltweit wohl einmaligen Sanierungsprojektes vor uns steht. Ruhig, kompetent und selbstbewußt erläutert er uns die Dimensionen dieses Vorhabens. Es gilt zur Zeit in 104 Restaurationsprojekten für circa 70.000 Menschen sanierten Wohnraum zu schaffen. Nicht weniger als 400 Architekten und 3000 Handwerker arbeiten daran.


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    18.02.2010, 18:40 Uhr

    Is Leon Trotsky still alive?

    Christof Meueler
    Neben den kubanischen Genossen (Parteiverlag, Militärverlag, Jugendverlag) sind die Trotzkisten die einzige offensiv erkennbare parteipolitische Kraft auf der Buchmesse. Als wollten sie den berühmten Scherz über sich (Treffen sich zwei Trotzkisten, bilden sie drei Parteien) eins zu eins nachbilden, sind sie selbstmurmelnd bis in alle Unübersichtlichkeit ausdifferenziert. Es gibt eine Revolutionär-Marxistische Strömung in der PSUV aus Venezuela, die "Pathfinder"-Gruppe aus den USA ("don't call us trotzkists, we're communists") oder die Posadisten aus Brüssel. Historisch leben all diese Gruppierungen von ihren Differenzen mit der früheren UdSSR, bzw. von ihren Differenzen untereinander über diese Differenzen. Beim Buchmessen-Gastland Rußland, sozusagen dem Nachfolgestaat der ruhmreichen Sowjetunion, geht es großzügiger zu. Bei den Austellern im "russischen Pavillion" findet man Stalinverherrlichung direkt neben Gulag-Dokumentationen, einen Ziegelstein über den KGB oder Ikonographien zu Jelzin-Putin-Medwedew (Gorbatschow gilt als verschollen). Also fast alles, was man braucht auf einmal. Bewegender sind aber die Trotzkisten in all ihrem historischen Dabeiseinwollen. Als ein Offizier der kubanischen Armee vor dem Stand der Posadisten stehen bleibt, reckt eine ältere englische Frau als ständige Vertretung einer politischen Idee und einzige Aktivistin am Stand in Personalunion, die Faust und ruft: "We support you, cuban forces of the revolution!" Der Soldat ist etwas überrascht und freut sich mit.
     
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    18.02.2010, 18:00 Uhr

    Wer mit wem

    Christof Meueler
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    Der Engtanz enthüllt alles

    Gruß vom historischen Meeresgrund: Cátedra und Buchmesse in Havanna

    »Germany wunderbar« lautet eine Plakatparole, »Natürlich Österreich« eine andere und dazwischen die »Angst vor Veränderung?«-Werbeposter der jW, auf denen Fidel Castro ein Gewehr in die Höhe reckt. So sieht es aus in der Cátedra Humboldt, einem Treffpunkt für Leute, die deutsch sprechen oder es lernen wollen, mitfinanziert von der Kuba-Soli-Bewegung.
    Die Kubaner hier werden unterrichtet von Praktikanten und Austauschstudenten aus Deutschland und Österreich. Der deutsche Staat zahlt nichts, der österreichische gewährt den Deutsch-Unterrichtern etwas Unterstützung. Literatur wird anderswo studiert, in der Cátedra geht es um basale Sprachkenntnisse, das heißt um Kommunikation statt Wissenschaft.
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    18.02.2010, 14:00 Uhr

    Kunst in Havanna

    Katja Boll und Katja Klüßendorf
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    Unter den zahlreichen Buchtiteln, die wir mit im Gepäck nach Havanna hatten, befindet sich auch der wunderschöne Bildband "Cubabrasil" (From here to Fame Publishing). Es enthält Fotos von farbprächtigen Grafittis. Neben den Verkaufsexemplaren haben wir für die beteiligten kubanischen Künstler ebenfalls welche dabei. Sie kommen sich diese direkt hier bei uns am Stand abholen.
    Heute morgen kam zum Beispiel Nivia Herrera López. Aber nicht nur wegen ihres persönlichen Exemplars, sondern um sich mit Bildern und Grafiken der Künstlergruppe bei uns für das Mitbringen zu bedanken. Wie es manchmal der Zufall so will: Auf dem Titelbild einer Cuba Libre-Ausgabe (02/09) entdeckt sie das von ihr mitgestaltete Wandbild ("muralla"), das auf Leinwand reproduziert und bei Veranstaltungen der Solidaritätsbewegung in Deutschland vergangenen Sommer rumgekommen ist. Nivia ist sehr stolz.
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    18.02.2010, 13:15 Uhr

    "Nastrowje!"

    Katja Boll und Katja Klüßendorf
    "Nastrowje!"
    Rußland ist in diesem Jahr Ehrengastland auf der Feria. Die russische Delegation soll mit mehr als 200 Leuten in Havanna angereist sein. Wahrscheinlich ist das einer der Gründe, warum wir beim täglichen Verteilen der edición especial vom kubanischen Publikum nach Matroschkas gefragt werden. Oder man begrüßt uns mit "Druschba!" und sagt brav "spaciba", wenn sie die junge Welt in die Hände bekommen. "De Rusia?" - "Aus Rußland?", werden wir beiden Katjas regelmäßig angesprochen. Wir streiten natürlich jede Ähnlichkeit vehement ab. Obwohl der Rum, der Wodka Kubas, schmeckt auch uns sehr gut.
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    17.02.2010, 23:00 Uhr

    Halbzeit in Havanna

    Marion Leonhardt

    Heute ist also Bergfest auf der Buchmesse. In der Gewißheit, Schnee und Eis hinter uns zu lassen, waren wir Richtung Sonneninsel gestartet. Doch die Klimakatastrophe macht selbst vorm Sozialismus nicht halt und beschert uns ungewohnt kühle Winde. Was uns aber nicht abhält, abends nach der Messe gemütlich in der Altstadt einen Mojito zu schlürfen und dem bunten Treiben zuzusehen. Der Malecon, ein alter Bekannter und vertrautes Wahrzeichen von Havanna, irritiert mit mit einem neuen Kleid. Die Mauer ist abgesenkt worden und der Gehweg neu betoniert.Beides nach einem neuen Verfahren, das mit einer bundesdeutschen Firma entwickelt wurde. So soll die Hafenmauer den Gezeiten trotzen. Gut so. Schließlich sichert nur Veränderung das Weiterbestehen. Auch das Warenangebot, sowohl in den Läden als auch auf der Cabana, hat sich erweitert. Für uns, die wir das letzte mal vor einem Jahr hier waren, sind diese Veränderungen deutlich wahrnehmbar. Einigen kubanischen Jugendlichen, mit denen wir ins Gespräch kommen, geht das noch nicht schnell genug. Das ist das Vorrecht der Jugend. Diskutiert wird gerne und leidenschaftlich, ob auf der Messe oder in der „Speakers Corner“ im Parque Central. Es gibt aber auch Vertrautes und Vertraute. Die Kugel Eis von der Coppelia, der wohl berühmtesten Eisdiele Kubas, ist ein Hochgenuß und gehört wie immer zu einem Messenachmittag dazu. Einige Besucher kommen jedes Jahr an unseren Stand und sind inzwischen gute alte Bekannte. So etwa der chinesische Student, der sein beim Gespräch im letzten Jahr erworbenes Wissen über die deutsche Zeitungslandschaft updaten möchte, der kubanische Schriftsteller Carlos Fuentes, mit dem es ein herzliches Wiedersehen gibt und die freundschaftliche Begegnung mit Aleida Guevarra und Graciela Ramirez vom Internationalen Komitee zur Befreiung der Fünf.


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    17.02.2010, 21:00 Uhr

    "Alle sind in Miami - nur ich nicht"

    Berthold Wahlich
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    Dora Luisa Robau Shelton auf der Buchmesse Havanna im Gespräch mit Berthold Wahlich

    Dora Luisa Robau Shelton ist Professorin für spanische Sprache an der Universiät von Havanna

    Dora, du bist 1937 in Havanna geboren – und heute die letzte Vertreterin deiner Familie in Kuba. Alle anderen Familienmitglieder haben Kuba nach der Revolution verlassen? Warum bist du hier geblieben?

    Ich komme aus der alten kubanischen Bourgeoisie. Mein Vater war Verwalter von mehreren Zuckerrohrplantagen. Ein Onkel von mir war Arzt, ein anderer Onkel Wirtschaftswissenschaftler, einer Vizepräsident von Ford Kuba. Meine Mutter und meine Tanten waren Hausfrauen ohne für den Haushalt zuständig zu sein, denn wir hatten Köche, Hausangestellte und Diener für alle Gelegenheiten. 1959 habe ich an der Universität von Havanna Philosophie und Sprachwissenschaften studiert und hatte und nach dem Sieg der Revolution hatte ich keinerlei politische Nachteile. Nach meinem Magister habe ich an der Alphabetisierungskampagne in Kuba teilgenommen. Außerhalb der Oberschicht konnte fast niemand lesen und schreiben.

    Gleichzeitig hast du einen sehr berühmten Vorfahren. Dein Großvater väterlicherseits war der Brigadegeneral José Luis Robau Lopez, der im kubanischen Befreiungskampf gegen die Spanier eine wichtige Rolle spielte.

    Exakt. Mein Großvater leitete in der heutigen Nordprovinz Santa Clara den Aufstand. Er war Kind spanischer Einwanderer aus Katalonien. Meine Vorfahren waren sehr reich. Sie besaßen mehrere Zuckerrohrplantagen mit vielen Sklaven. Mein Großvater wurde 1870 geboren. Als er Medizin studierte, schloß er sich 1895 mit 40 anderen jungen Leuten dem bewaffneten Befreiungskampf unter José Marti an. Interessanterweise waren das nicht nur Angehörige aus der Oberschicht, sondern auch viele Sklaven. Aufgrund seiner militärischen Verdienste ernannte ihn Maximo Gomez, der Oberbefehlshaber der Befreiungsarmee, 1897 zum Brigadegeneral. 1899 waren die Spanier besiegt. Dann kamen allerdings die US-Amerikaner, die Kuba besetzten. 1902 wurde Kuba unabhängig, José Luis Robau wurde in die verfassungsgebende Versammlung gewählt und hatte sich dort vor allem mit Orvil H. Platt, dem US-Vertreter, auseinanderzusetzen. Von 31 Delegierten in der Versammlung stimmten nur drei gegen Platt, darunter auch mein Großvater. Im Ergebnis bekam die kubanische Verfassung einen Zusatz, der den USA jederzeit das Recht einräumte, auf der Insel nach Gutdünken zu intervenieren. Von diesem exterritorialem Sonderrecht ist heute noch der Guantanamo-Stützpunkt übriggeblieben. Vor der konstituierenden Versammlung hielt mein Großvater eine berühmte Rede, in der er begründete, warum er diese Sonderrechte niemals akzeptieren würde. Er sei in diese Versammlung gewählt worden, sagte er, weil er für die Unabhängigkeit und Freiheit Kubas sein Leben aufs Spiel gesetzt habe – und nicht dafür, den Ausverkauf kubanischer Interessen zu betreiben. Sein Geburtshaus in Sagua la Grande ist heute ein Museum und mir wurde die besondere Ehre zu teil, im dortigen Park mehrere Bäume zur Erinnerung an meinen Großvater zu pflanzen.

    In Kuba kann man mit 60 in Rente gehen. Trotzdem arbeitest du immer noch.

    Ich mache mich gerne nützlich. Die Universität braucht erfahrene Professoren. Seit 1977 bilde ich an der Hochschule Lehrer für spanische Sprache und Literatur aus.

    Und in Miami bist du noch nie gewesen?

    Doch. Ich habe meine Familie insgesamt viermal besucht, aber es würde mir nie einfallen, dort länger zu bleiben, denn Kuba braucht mich und ich brauche Kuba.


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    17.02.2010, 15:00 Uhr

    Das gute Leben

    André Scheer, Havanna

    Jubiläen auf der Buchmesse in Havanna

    Roberto Fernandez Retamar ist der wichtigste kubanische Literaturwissenschaftler und einer der bedeutendsten Schriftsteller der Insel. Im Juni wird er 80. Er fühlt sich jünger. Als auf der Buchmesse in Havanna das 50. Bestehen zweier Kulturzeitschriften gefeiert wurde, erkundigte sich Retamar mit einem Schmunzeln, ob diese nicht viel jünger wären. Ihm käme es so vor.
    Chef der Zeitschrift Casa de las Americas (Haus der Amerikas) wurde Retamar auch erst 1965, fünf Jahre nach ihrer Gründung. Er blieb es bis vor wenigen Jahren – »die meiste Zeit meines Lebens«, wie er selbst feststellte.
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    17.02.2010, 12:30 Uhr

    Hochrangig

    Katja Boll
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    Manuel Montero (Internationale Abteilung des CTC)
    Wir haben einen vollen Terminkalender in Havanna. Sind ja auch nicht zum Urlaub hier. Gestern wurden wir beim Kubanischen Gewerkschaftsdachverband (CTC) in der San Carlos y Penalver in Centro Habana hochrangig empfangen, darunter Ernesto Freire (Leiter der Abteilung Internationale Beziehungen). Hoffentlich hatte die andere Seite nicht nur eine "einfache" Gewerkschaftssekretärin erwartet. Andererseits berichtete sogar Radio Havanna ausführlich über den Besuch der deutschen Delegation beim CTC.
    Der CTC pflegt bereits gute Kontakte zu ver.di Berlin und zur IG Metall, wünscht sich aber, diese über Berlin hinaus auszuweiten. Zum Internationalen Arbeiterkampftag, den 1. Mai, wird auch schon eine Delegation von ver.di Berlin in Havanna erwartet.
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    17.02.2010, 10:30 Uhr

    Johannes von Gott

    Katja Boll und Katja Klüßendorf
    Juan de Dios Rodríguez
    Juan de Dios Rodríguez
    "Ich heiße Johannes von Gott", grinst uns ein älterer charmanter Kubaner ins Gesicht. Er spricht gut deutsch. Wir haben soeben begonnen, den ersten Stapel der edición especial der jungen Welt an diesem Mittwoch Morgen zu verteilen und sind schon in unserem ersten interessanten Gespräch verwickelt.
    "Wie heißen Sie denn wirklich?", fragen wir baff zurück. Vor uns steht Juan de Dios Rodríguez aus Altos (Havanna). Es war im Jahr 1961, als er in Berlin war. Da gab es weder uns - noch die Mauer. Juan kramt in seiner kleinen Tasche und holt ein altes Foto hervor. Auf diesem ein attraktiver junger Kubaner vor dem Brandenburger Tor. Juan ist trotz der vielen Jahre sofort wiederzuerkennen. Das wollten wir unbedingt auf einem Foto festhalten.
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    16.02.2010, 20:00 Uhr

    Schlafende Hunde und bellende Europäer

    Christof Meueler
    Die europäsiche Unsitte, den angeblich besten Freund des Menschen in der Stadt zu quälen, um Passanten zu beeindrucken ("der will nur spielen") und vorallem die Bürgersteige vollkacken zu lassen, ist in Havanna unbekannt. Hunde sieht man äußerst selten und wenn, dann fallen sie gar nicht auf: Ab und an befindet sich auf dem Bürgersteig oder mitten auf einem Markplatz eine Art Päckchen, das sich bei genauerem Hinsehen als Hund herausstellt: zusammengerollt und schlafend. Und sei es drumherum noch so laut und lebendig. Friedliche, schlafende Hunde - eine Errungenschaft der kubanischen Revolution. Bellen tun hier nur die jWler, binnen einer Woche hat sich unter ihnen ein gellender Husten ausgebreitet. Man kriegt keine Luft und alle machen mit. Wer will, zündet sich zur Steigerung noch eine kubanische Zigarette an. Hust, hust - mit Nikotin- und Kondensatwerten wie vor 20 Jahren. Zum Glück darf man hier überall rauchen. Nichtraucherschilder haben noch keine Macht über die Menschen.
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    16.02.2010, 17:45 Uhr

    Che, Retamar und fünf Helden

    André Scheer
    Roberto Fernandez Retamar
    Roberto Fernandez Retamar (Mitte) bei einer Veranstaltung über die Zeitschrift der Casa de las Américas

    Rogelio tourt mit seinen knapp 70 Jahren durch die Bars von Havanna. Besonders gern macht er mit seiner Gitarre Station im »Fausto«, einer Gaststätte nahe des Prado. Hier unterhält er die Gäste mit den üblichen Liedern, die Kuba-Touristen hören wollen: Guantanamera und Hasta siempre, Che Guevara. Doch im Gegensatz zu vielen anderen der Gitarrenspieler, die jeden Barbesuch in der kubanischen Hauptstadt zum Discobesuch werden lassen, kann Rogelio nicht nur Gitarre spielen, er kennt auch die Lieder. Und er schreibt selber welche, zum Beispiel »Bolívar und Martí«, ein Lied über die beiden Helden der Unabhängigkeitskämpfe Venezuelas und Kubas. Beide Länder sind eines, heißt es in dem von ihm selbst geschriebenen Song, der vermutlich bei den zahlreichen Gästen aus dem Land des südamerikanischen Verbündeten gut ankommt.


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    16.02.2010, 17:30 Uhr

    Wer kann, muß schreiben

    Christof Meueler

    Nadine Gordimer auf der Buchmesse in Havanna

    Der kubanische Sozialismus ist drauf. Man erkennt es an der Hosenfrage. Glaubte man in der DDR stellenweise nicht im falschen Film, sondern in der falschen Hose zu stecken, sind hier die für Lebenswelt-Ästhetik und Coolness-Philosophie lebenswichtigen Jeans überall zu sehen. Und zwar in Blau. Denn wem klingelt nicht noch die Kampflosung »White jeans? No! Blue Jeans? Yeah!« in den Ohren, die Ulrich Plenzdorf Anfang der 1970er Jahre in seinem Theaterstück »Die neuen Leiden des jungen W.« ausgegeben hatte?
    In Kuba jedenfalls werden fast nur Blue Jeans getragen, und die sind auch nicht merkwürdig marmoriert wie in der Spät-DDR, sondern up to date, extrageknittert oder supereng, wie sie auch in einem Berliner Geschäft nicht anders zu haben sind.
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    15.02.2010, 18:00 Uhr

    Kinder, Künstler und Kulturelles

    André Scheer
    Heiß begehrt
    Heiß begehrt: die junge Welt in spanischer Sprache
    Zehntausende Menschen bevölkerten auch am Sonntag die historische Festung von Havanna, und auch heute morgen - am Montag - strömen wieder Tausende über die Brücken, vorbei an den Wachsoldaten in historischen Uniformen und versorgt mit dem jeden Morgen frisch verteilten Tagesprogramm, um bei den unzähligen Lesungen, Gesprächen, Diskussionsveranstaltungen und Preisverleihungen nicht den Überblick zu verlieren. Einen Eindruck vom Trubel vermitteln die Fotos von Daniel Hager, die es mit einem Klick hier zu sehen gibt.
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    15.02.2010, 17:00 Uhr

    Notdurft verbindet

    Katja Boll und Claudia Schröppel
    Warteschlange vor dem Damenklo
    Langes Vergnügen: Notdurft

    Wenn es eines gibt, was in Kuba genau das selbe ist, wie in Deutschland, dann ist dies die Schlange vor dem Damenklo bei Großereignissen. Diese ist auf der Messe selbstverständlich auch besonders ausgeprägt. Wer also von uns nur daran denkt, in der nächsten Stunde die Toilette aufsuchen zu wollen, sollte sich sofort mit Sonnencreme einreiben, genügend Papiertaschentücher einstecken und sich rasch auf den Weg machen, denn es kann durchaus sein, dass es mehr als eine halbe Stunde dauert, bis man die Erlösungshalle endlich betreten kann.

    Die Schlange auf dem Herrenklo ist selbstverständlich wie immer viel kürzer. Gelegentlich kommt es auch vor, dass sich ein »Mitglied« in die Wartereihe der Damen einreiht, ebensolange wie diese ausharrt und dann von der zuvorkommend lächelnden Servicekraft erst am Eingang darauf hingewiesen wird, daß er doch bitte das erheblich weniger frequentierte Herrenklo nebenan aufsuchen soll. Die wartenden Frauen freut das natürlich besonders. Wieder 30 Sekunden weniger Wartezeit.


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    15.02.2010, 10:00 Uhr

    Der Gefährte

    André Scheer
    Alberto Granado
    Alberto Granado

    Alberto Granado stellt auf der Buchmesse in Havanna ein Werk über Che Guevara vor


    Alberto Granado ist eine lebende Legende. In Lateinamerika und weltweit wurde er als der Mann bekannt, der in den 50er Jahren gemeinsam mit Ernesto Guevara, dem späteren »Che«, auf dem Motorrad durch Südamerika reiste. Dabei wäre sein eigenes Leben selbst so manches Buch wert, denn der wie Che in Argentinien geborene ausgebildete Mediziner und Biochemiker, der seit 1961 in Kuba lebt, hat seinen Beitrag zu dem Gesundheitswesen auf der Insel geleistet, das heute auf dem Kontinent seinesgleichen sucht.
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    14.02.2010, 16:00 Uhr

    Tausende stürmen die Bücher-Festung

    Claudia Schröppel
    Kinder auf der Buchmesse
    Die Internationale Buchmesse ist ein Kinderfest
    Bereits nach den ersten beiden Messetagen können die Veranstalter der 19. Internationalen Buchmesse in Havanna trotz für kubanische Verhältnisse bitterkalter Witterung (23 Grad Celsius) mehr als 132.000 Besucher auf der Cabaña vermelden, 50.000 weitere haben die Bücherläden der Stadt Havanna, die ebenfalls an der Buchmesse teilnehmen, besucht.
    Überall sind glückliche Kinder zu sehen, die sich von ihren Omas ihr neues Buch vorlesen lassen. An den Wegesrändern und unter den Palmen sitzen Pärchen tief versunken in ihre neuen Lektüre. Bislang wurden bereits 250.000 Bücher verkauft, vermeldeten die Organisatoren der Messe stolz bei ihrer täglichen Pressekonferenz. 
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    13.02.2010, 23:00 Uhr

    Gysi war da

    André Scheer
    Gregor Gysi
    Gregor Gysi am Stand des Berliner Büros Buchmesse Havanna
    Als einen weiteren Gast konnte das Berliner Büro Buchmesse Havanna heute auch den Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, begrüßen. Der Politiker machte bei seinem Besuch der Buchmesse auch einen Abstecher an unseren Stand.
    Gysi erinnerte daran, daß die Initiative des Berliner Büros eine direkte Antwort auf den Boykott der Buchmesse Havanna 2004 durch die damalige Bundesregierung gewesen war. Dieser Boykott zeigte das wahre Gesicht des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder, der zu Beginn seiner Amtszeit noch angekündigt hatte, auch Kuba besuchen zu wollen. Die kubanische Seite hatte bereits damals auf diese Ankündigung zurückhaltend reagiert - mit Recht, wie sich bald zeigte.
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