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Cuban Five: »Zum Glück wächst auch die Hoffnung«

14.01.2012, 15:44 Uhr

Cuban Five: »Zum Glück wächst auch die Hoffnung«

Aus dem Bundesgefängnis in Georgia, USA erreichte die Rosa-Luxemburg-Konferenz 2012 diese Botschaft der inhaftierten Kubaner Antonio Guerrero, René González, Gerardo Hernández, Fernando González und Ramón Labñino Salazar, bekannt als »Cuban Five«:

Liebe Genossinnen und Genossen,

die Welt, in der wir heute leben, unterscheidet sich nicht sehr von der, die in der Zeit unserer geliebten Rosa Luxemburg existiert hat.

Der Imperialismus in seiner letzten und finalen Phase überfällt weiter unsere Völker und überzieht sie mit furchtbaren Kriegen, deren einziges Ziel es ist, Gebiete zu besetzen, um wichtige Naturressourcen zu kontrollieren und mit der Ausrottung des Planeten und der Existenz der menschlichen Gattung fortzufahren.

Die von der Habsucht des Kapitals verursachte globale Erwärmung nimmt zu. Ebenso nehmen der Hunger, die Krankheiten und auch die sozialen und territorialen Ungerechtigkeiten zu.

Die zyklischen Krisen des Kapitalismus werden immer häufiger, tiefgreifender und länger. So war es in der jüngsten internationalen Banken- und Finanzkrise, die ganze Nationen zerstört, und zwar immer die ärmsten, die Regierungen ändert – obwohl an deren Spitze die selben Politiker stehen, die die Unternehmen und Großkonzerne beschützen -, und die die gesamte Last der Schulden und der Habgier der Reichen auf die Arbeiter und Unterdrückten ablädt.

Aber das Schlimmste ist, daß es immer wenige Auswege aus diesen Krisen gibt, so daß der Tag kommen wird, an dem der Imperialismus, um seine Herrschaft zu verewigen, zu seiner extremen faschistischen Phase zurückkehren wird, um eine oberste Weltregierung zu schaffen, die alle anderen Wesen des Planeten in Sklaverei hält. Das ist fast die einzige Option, die ihnen noch bleibt, und die wir in ihrem gegenwärtigen kriegerischen Vorgehen bereits erkennen können.

Zum Glück wächst auch die Hoffnung. Die sozialen Bewegungen wachsen, darunter die Gruppen der »Empörten«, die »Occupy Wall Street«-Bewegung und alle unsere Völker, die in der einen oder anderen Weise Wege suchen, die Anstrengungen der 99 Prozent der Menschheit zu befördern.

Wir müssen uns besser organisieren und standfestere und entschlossenere Führungspersönlichkeiten haben. Wir müssen uns ein Arbeitsprogramm geben, unsere feste und unerschütterliche Einheit schaffen und dort, wo es in einigen Fällen und Ländern möglich ist, dafür sorgen, daß diese sozialen Bewegungen zu Parteien oder politischen Kräften werden, die in der Lage sind, die Wahlen zu gewinnen, damit die Macht der großen Mehrheit der Unterdrückten, die den Planeten bevölkern, dient, und nicht mehr dem Kapital.

Es ist die Stimme von Rosa, die uns vorantreibt und uns heute mehr denn je Orientierung gibt: Nur der Sozialismus wird uns vor der Barbarei retten!

In unserem Lateinamerika erleben wir mit der Schaffung der CELAC (Gemeinschaft der Staaten Lateinamerikas und der Karibik) wirklich umwälzende historische Augenblicke. Diese Organisation läßt sich gestützt auf Brüderlichkeit, Solidarität und Zusammenarbeit von Beziehungen leiten, die die Differenzen, die nationale Souveränität und die Unabhängigkeit respektieren.

Dies ist unsere bescheidene Ehrung für die Frau, die ihr Leben für diese bessere Welt gegeben hat, die wir alle so sehr brauchen, und die uns heute in diesem Saal zusammengebracht hat.

Aus den Gefängnissen der USA, in denen sie uns ungerechtfertigt gefangenhalten, senden Euch eure fünf kubanischen Brüder die den Ruf und das Beispiel von Rosa Luxemburg bewundern und ehrenvoll verteidigen, unsere Herzlichkeit und Zuneigung.

Gemeinsam werden wir siegen!

Fünf ewige Umarmungen!


Antonio Guerrero

René González

Gerardo Hernández

Fernando González

Ramón Labñino Salazar


Bundeshaftanstalt Jesup, Georgia (USA)
10. Januar 2012, 9.53 Uhr