Buchmesse Havanna 2016

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Guayasamín in Havanna

18.02.2016, 21:55 Uhr

Guayasamín in Havanna

Katja Klüßendorf
Kunstunterricht im Museum
Kunstunterricht im Museum

Wo wir auch hinkommen - Kultur an jeder Ecke in Havanna. Neben viel Literatur und Musik haben wir in der Altstadt das Haus des berühmten ecuadorianischen Malers Oswaldo Guayasamín entdeckt, das nach seinem Tod im Jahr 1999 in ein Museum umgewandelt wurde. Eröffnet wurde es am 8. Januar, also genau an dem Tag, an dem die bärtigen Rebellen vor 40 Jahren nach der siegreichen Revolution in Havanna einzogen.

Der Stadthistoriker Eusebio Leal unterstützte den Wunsch des Malers nach einem Haus in Havanna unter der Auflage, dass es sich um ein altes Gebäude handelt, das restauriert werden muss. Im Zuge der Rekonstruktion entstand im Erdgeschoss eine Kunstgalerie und oben der Wohnbereich. Allerdings verbrachte Guyasamin immer nur wenige Tage am Stück in seinem Haus in Havanna und wenn, dann schlief er nicht dort, sondern arbeitete oder unterhielt sich durch das offene Fenster seines Ateliers mit den Nachbarn und umgab sich mit Freunden.

Cabeza azul - Blauer Kopf
Cabeza azul - Blauer Kopf

Nach Kuba hatte es den Künstler erstmals 1961 verschlagen, weil er den Revolutionsführer Fidel Castro porträtieren wollte – was aber schwierig war. Der Comandante konnte nicht länger als 15 Minuten am Stück stillhalten, weil er ständig von Menschen nach seinem Rat gefragt wurde. Jahre später, 1981 und 1986, porträtierte der Maler Fidel Castro weitere Male. Diese Bilder, aber auch Portraits von Raúl Castro und Silvio Rodriguez, Akte, Siebdrucke und Skulpturen sind heute im Museum zu sehen.

Als wir gehen, kommt eine Schulklasse in den Ausstellungsraum. Die siebenjährigen Jungen und Mädchen setzen sich in einem Kreis in die Mitte des Saals auf den Boden. Ihre Lehrerin teilt Buntstifte und Blätter aus, um sie in dieser kreativen Atmosphäre malen zu lassen. Sie können ein Bild Guayasamins auswählen oder einfach das zeichnen, wonach ihnen ist. So entstehen neben Herzchen und Häusern auch ein Fidel und schöne bunte Frauenköpfe nach dem Vorbild des ecuadorianischen Malers.