-
27.10.2015
- → Kapital & Arbeit
Deutsche Bank muss US-Strafen fürchten
London. Die Deutsche Bank sollte wohl noch ein paar Milliarden Euro zusätzlich beiseite legen. Wegen von Washington nicht geduldeter Russland-Geschäfte werden einem Zeitungsbericht zufolge die Risiken für weitere finanzielle Sanktionen für das Kreditinstitut bedrohlicher. US-Behörden weiteten ihre Untersuchungen aus und gehen nun auch dem Verdacht auf Verstöße gegen die aktuellen politischen Russland-Sanktionen nach, wie die Financial Times am Montag unter Berufung auf mehrere Insider berichtete.
Bislang ging es bei den Ermittlungen vorrangig um den Verdacht der Geldwäsche im Moskauer Handelsbereich der Bank. Verstöße gegen die wegen des Ukraine-Konflikts verhängten Sanktionen wögen nach Einschätzung aus Finanzkreisen wegen ihrer großen politischen Brisanz schwerer für die Skandalbank. Der Fall sei »ein erhebliches, unkalkulierbares Risiko für die Deutsche Bank«, sagte ein Börsianer. Das Finanzinstitut wollte den Bericht nicht kommentieren.
Die USA nutzen ihre Gesetzgebung gern, um bei Verstößen von internationalen Unternehmen dagegen extrem hohe Geldstrafen zu verhängen. Mit den dadurch einfließenden Mitteln wird dann u. a. die behördliche Infrastruktur der Vereinigten Staaten unterstützt. Keiner der bisher von solchen Sanktionen betroffenen Konzerne hat es gewagt, diese Strafen nicht zu bezahlen. Sie fürchten dies weniger, als vom US-Markt verbannt zu werden. (dpa/jW)
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
