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»175er-Opfer« rehabilitieren

Leipzig. Am 28. Januar endet die Unterschriftsfrist für eine Petition an den Bundestag, in der die vollständige Rehabilitierung aller und die Entschädigung aller noch lebenden nach dem Paragraphen 175 Verurteilten gefordert wird. Dies teilte das Leipziger Rosa Archiv am Montag mit.

Durch den 1871 im Deutschen Reich eingeführten Paragraphen wurden sexuelle Kontakte zwischen Männern kriminalisiert und unter Strafe gestellt. Die deutschen Faschisten verschärften ihn 1935, Tausende Homosexuelle wurden bis 1945 ermordet und unter Berufung auf den Paragraphen in Konzentrationslagern gequält.

In der DDR wurde ab Ende der 1950er Jahre Homosexualität unter Erwachsenen nicht mehr geahndet. 1968 erhielt die DDR ein eigenes Strafgesetzbuch, in dem mit Paragraph 151 homosexuelle Handlungen mit Jugendlichen sowohl für Frauen als auch für Männer unter Strafe gestellt wurden. Dieser wurde 1988 ersatzlos gestrichen. Die BRD hielt bis 1969 an der Fassung aus der Nazizeit fest, erst 1994 wurde Paragraph 175 auch für das Gebiet der alten Bundesrepublik ersatzlos aufgehoben.


Die Eingabe soll dem Petitionsausschuß des Parlaments am kommenden Mittwoch feierlich übergeben werden. Bis zum Donnerstag hatten sie knapp 5500 Menschen unterschrieben.

(jW)

Onlinepetition unter: www.rosa-archiv.de
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Erschienen in der Ausgabe vom 25.01.2013, Seite 15, Feminismus

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