Straßenblockaden und Streik im öffentlichen Verkehr in Italien
Von Micaela Taroni, Rom
Demonstrationen, Straßenblockaden und Streik im öffentlichen Verkehr: Italien protestierte am Freitag gegen die Programme des italienischen Kabinetts zur Eindämmung der akuten Schuldenkrise. Die Angestellten im öffentlichen Verkehr, bei Bahn und Luftfahrt legten 24 Stunden lang die Arbeit nieder. Zum Protest riefen die Gewerkschaftsverbände auf, um gegen die von der Regierung Mario Monti beschlossenen Ausgabenkürzungen im Verkehrsbereich zu protestieren. In den Großstädten kam es zu erheblichen Problemen. Betroffen waren Busse, Straßen- und U-Bahnen. Auch die Eisenbahner traten in einen 24stündigen Streik. Zu Schwierigkeiten für die Reisenden kam es auch auf den römischen Flughäfen Fiumicino und Ciampino.
Der Protest der Gewerkschaften richtete sich unter anderem gegen die Kürzungen bei der staatlichen Finanzierung für Nahverkehrsgesellschaften, die von der Regierung beschlossen worden waren. Mit dem Streik wird außerdem die Forderung nach einem neuen Kollektivvertrag unterstrichen.
In Rom demonstrierten Tausende aus ganz Italien gegen die Regierung. Sie protestierten unter anderem gegen die Pläne des Kabinetts zur Reform des Arbeitsmarkts und gegen eine Lockerung des Kündigungsschutzes. »Wir wollen nicht eure Schulden zahlen«, skandierten die Demonstranten. »Schluß mit den Diktaten der EU!«, war auf Plakaten zu lesen.
Auch die Fernfahrer setzten am Freitag ihren zu Wochenbeginn begonnen Protest fort. In vielen Supermärkten standen die Regale leer, Tonnen verderblicher Lebensmittelprodukte konnten nicht zugestellt werden. Bäckereien mußten wegen Engpässen bei der Mehlversorgung die Brotproduktion einstellen. Für die Agrarbranche sei durch den Protest ein Schaden von 150 Millionen Euro entstanden, berichtete der Landwirtschaftsverband Coldiretti. An vielen Tankstellen gab es keinen Treibstoff mehr. Wegen der Straßenblockaden kam es in mehreren süditalienischen Städten zu Problemen mit der Müllentsorgung.