Zum Inhalt der Seite

Prozeß gegen Kurden fortgesetzt

Ankara. Nach zweimonatiger Prozeßunterbrechung wird seit Donnerstag in Diyarbakir im Südosten der Türkei ein im Oktober begonnener Massenprozeß gegen 151 kurdische Politiker fortgesetzt. Den Angeklagten, darunter ein Dutzend Bürgermeister, wird Mitgliedschaft in der Arbeiterpartei Kurdistans PKK vorgeworfen. Vor dem Gerichtsgebäude begrüßten Tausende Demonstranten die zum Teil seit 20 Monaten inhaftierten Angeklagten. Die Demonstranten traten für das Recht der Angeklagten ein, sich in ihrer kurdischen Muttersprache zu verteidigen.

In Diyarbakir und anderen kurdischen Städten kam es zu schweren Straßenschlachten, als die Polizei Solidaritätskundgebungen und Pressekonferenzen der linken »Partei für Frieden und Demokratie« BDP mit Wasserwerfern und Gasgranaten angriff. Zahlreiche festgenommene Demonstranten befanden sich am Freitag weiterhin in Haft.
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 15.01.2011, Seite 6, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!