München am Freitag: Polizei rüstet gegen Friedensbewegung
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Zum Schutz der »Münchner Sicherheitskonferenz«,
die bis Sonntag im Luxushotel Bayerischer Hof stattfindet, sind
3700 Polizeibeamte aus sechs Bundesländern zusammengezogen
worden. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit für die
Konferenz sind außerdem 330 Soldaten der Bundeswehr im
Einsatz – dies ergab eine Anfrage der innepolitischen
Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Ulla Jelpke.
Bei dem Polizeiaufgebot geht es offenbar weniger um die Angst vor
einem Terroranschlag als um die von der Friedensbewegung
angekündigten Gegendemonstrationen. Das Polizeipräsidium
München teilte am Freitag mit, es müsse »damit
gerechnet werden, daß auch Personen der autonomen
beziehungsweise gewaltbereiten Szene sich den Protesten
anschließen werden«.
Umgekehrt wird ein Schuh draus, finden die Organisatoren der
Proteste und unterstellen den Konferenzteilnehmern
Gewaltbereitschaft. Rund 300 Politiker, Militärexperten,
Generäle und Diplomaten der führenden NATO-Staaten sowie
Konzernmanager treffen sich in München, um über
Afghanistan, den Nahen Osten, die Zukunft der NATO und das Thema
Ressourcensicherung zu reden.
Am Freitag abend sollte bereits um 18 Uhr vor dem Rathaus eine
friedliche Protestaktion gegen den Rathausempfang stattfinden, den
SPD-Oberbürgermeister Christian Ude für die
Konferenzteilnehmer ausrichtet. Am Samstag sind auf mehreren Routen
durch die Innenstadt Demonstrationen unter dem Motto: »Gegen
die NATO-Kriegspolitik – Bundeswehr raus aus Afghanistan
– gegen Rassismus und Nazismus« geplant. Die
Hauptdemonstration beginnt um 13 Uhr vor dem Münchner Rathaus
und geht dann durch die Innenstadt bis zum Odeonsplatz.
Mitorganisator Claus Schreer sagte am Freitag gegenüber
junge Welt, man müsse auch diesmal auf einen
»Wanderkessel« der Polizei gefaßt sein.