29.10.2007 / Schwerpunkt / Seite 3

Kreuzritter Francos

Vatikan spricht »Opfer republikanischer Gewalt« selig. Die von spanischen Faschisten ermordeten Geistlichen werden ignoriert

Ingo Niebel
Das Heer der christlichen Märtyrer hat am Sonntag 498 Neuzugänge zu verzeichnen gehabt. Diese Anzahl von christlichen Aktivisten wurde in einer großangelegten Zeremonie auf dem Petersplatz in Rom seliggesprochen.

Zwei von ihnen kamen während der spanischen »Oktober-Revolution« 1934 um, die übrigen verloren im Verlauf des Spanischen Bürgerkriegs (1936–39) das Leben. Der Vatikan ehrt sie mit der Begründung, daß sie für ihren christlichen Glauben starben. Der Prozeß zur Seligsprechung begann vor über zehn Jahren. Allen 498 von der katholischen Kirche Geehrten ist gemeinsam, daß spanische Republikaner für ihren Tod verantwortlich waren. Daß im Bürgerkrieg auch die Faschisten Priester umbrachten, wird nicht thematisiert. Allein 16 baskische Geistliche wurden von faschistischen Exekutionskommandos ermordet. Sie wurden hingerichtet, weil sie nicht der Amtskirche gehorchten, die den Putsch des faschistischen Generals Francisco Franco als »Kreuzzug« legitimierte.

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