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23.06.2007 / Feuilleton / Seite 13

Bilder der Weltbewegung

Afrikanische Ästhetik aus dem Geist der sowjetischen Filmkunst geschaffen: Ein Nachruf auf Ousmane Sembène

Maguèye Kassé

Am 9. Juni starb der Schriftsteller und Filmregisseur Ousmane Sembène in Yoff bei Dakar, seiner Heimatstadt (jW vom 12. Juni). Geboren wurde er 1923 als Sohn eines Fischers. Von 1938 bis 44 war er Klempner, Maurer und Mechaniker.

1944 wurde er zum Kriegsdienst in der französischen Armee verpflichtet. Nach zwischenzeitlicher Rückkehr in den Senegal arbeitete er ab 1948 in einer Citröen-Fabrik in Paris, dann zehn Jahre als Hafenarbeiter in Marseille. 1956 schrieb er seinen ersten Roman. 1961 reiste er nach Moskau, um Filmregie zu studieren. 1966 begründete er mit »La noire de« das afrikanische Kino.
Ousmane Sembène hat zwölf Spielfilme realisiert. Zuletzt liefen »Faat kine« und »Moolaade« in deutschen Kinos – Teile einer unvollendeten Trilogie über den alltäglichen Heroismus (l’héroïsme au quotidien) afrikanischer Frauen.
Professor Maguèye Kassé, Germanist an der Universität Dakar und Freund Sembènes, hielt bei der Beerdigung am 11. Juni eine Rede, die wir...

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