10.10.2006 / Feuilleton / Seite 13

Verdrehung

Helmut Höge
Während der Reaganomics wurden die Stadtplanungsämter in Cleveland/Ohio personell derart ausgedünnt, daß die Stadtbezirksverwaltung die Bürger bat, ihre Quartiersplanung selbst zu machen – und sie dann mit dem letzten noch verbliebenen Stadtplanungsbüro bloß noch abzustimmen. Dabei stellte sich heraus, daß von unten ganz anders geplant wird, nämlich unter maximaler Ausnutzung der vorhandenen Ressourcen, dort lokalisierter Handwerkbetriebe, Firmen, Läden usw. Dieses »Cleveland-Modell« wurde in der Folgezeit als »Public-Private-Partnership« (PPP) bekannt.

Ähnlich wie das 1997 in Wisconsin im Zuge einer Reduzierung der Sozial­hilfe entwickelte »Trial Job«-Modell hierzulande von der Schröder-Regierung übernommen wurde, die »Ich-AG« einführte, wurde auch das PPP von den deutschen Staatsverwaltungen aufgegriffen, dabei jedoch völlig auf den Kopf gestellt: Sie machten daraus eine »enge Kooperation« zwischen Großkonzernen und der Regierung bzw. den Kommunen – als...

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