05.05.2006 / Feuilleton / Seite 12

Vom Objekt zum Subjekt

Sigmund Freuds »unnatürliche Wissenschaft« (3): Naturwissenschaft und Kritik von Pseudonatur

Helmut Dahmer
Die Naturwissenschaft dient der Erkenntnis und Beherrschung der äußeren Natur, der Welt der Objekte, handele es sich um Sterne oder Atome, um Menschen oder Tiere. Sie versucht (mit wachsendem Erfolg), das Zustandekommen bestimmter Effekte auf bestimmte Faktoren (Ausgangsbedingungen) zurückzuführen, diese Effekte also zu erklären (oder, umgekehrt, sie zu prognostizieren). Sind solche Wirkungszusammenhänge einmal erkannt (und in Gesetzeshypothesen formuliert), dann lassen sie sich reproduzieren und manipulieren. Das Ideal der Naturwissenschaft ist die Objektivität; ihretwillen haben Wissenschaftler sich weitgehend entsubjektiviert. Im Forschungsprozeß stilisieren sie sich zu reinen Beobachtungs-, Meß- und Folgerungsmaschinen, versuchen also, so weit wie irgend möglich von sich selbst – und vom gesellschaftlichen Kontext ihrer Wissenschaft – abzusehen.

Forscher machen alles

Erforscht wird, was von »Interessenten« finanziert wird, weil es Profitchancen st...

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