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18.03.2006 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Der Fisch stinkt vom Kopf her«

Gespräch mit Albrecht Müller. Über Verfallsprozesse in der deutschen Führungsschicht, Korruption in der Wissenschaft, den Durchbruch des Neoliberalismus in der Bundesrepublik und die Folgen

Arnold Schölzel
Albrecht Müller (geb. 1938) ist Ökonom und Publizist. Er war Mitarbeiter von Karl Schiller, Willy Brandt und Helmut Schmidt. Von 1987 bis 1994 für die SPD Mitglied des Bundestages. 2004 veröffentlichte er das Buch »Die Reformlüge«. Siehe auch www.nachdenkseiten.de

Demnächst erscheint Ihr neues Buch »Machtwahn – wie eine mittelmäßige Führungselite uns zugrunde richtet«. Beschreiben Sie einen geistigen und moralischen Verfallsprozeß?

Vorweg muß ich sagen, daß ich nicht der Meinung bin, daß früher alles besser war. Es gab viel schlimmere Zeiten als heute. Aber heute wird besonders sichtbar, daß der Fisch vom Kopf her stinkt, also daß die Probleme wesentlich mit unseren Eliten zu tun haben. In der Tat beschreibe ich einen geistigen Verfallsprozeß, z. B. zeige ich einen Rückfall hinter Positionen – ich nenne das Regression –, die man eigentlich schon erreicht hatte, ein Zurückgehen der Fähigkeit, sich Dinge auszudenken. Ich kann das an vielen Beispielen...

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