28.05.2005 / Feuilleton / Seite 13

Der Renegat

Einst kritisierte der chilenische Historiker Víctor Farías Allende von links. Heute versucht er, ihn zu diskreditieren – und verfälscht dazu Quellen

Harald Neuber

Es war die Meldung des Monats in den deutschen Feuilletons: Salvador Allende, chilenischer Präsident, Sozialist und Arbeiterführer, dessen Politik auf dem Höhepunkt der Blockkonfrontation Millionen auf einen demokratischen Übergang zum Sozialismus hoffen ließ, nichts als ein gemeiner Rassist und Antisemit! Diese These verbreitete der chilenische Historiker Víctor Farías, einst glühender Anhänger Allendes und Mitglied der revolutionären »Bewegung der Einheitlichen Volksunion« (MAPU), im März in Chile. Grundlage seines spanischsprachigen Buches »Salvador Allende – Antisemitismo und Eutanasia« (Salvador Allende – Antisemitismus und Euthanasie) ist die Dissertation des ehemaligen Präsidenten, die Farías nach eigenen Angaben in einem Archiv der Universität von Santiago de Chile ausfindig gemacht hat. Allende hatte die Arbeit 1933 unter dem Titel »Higiene mental y Delincuencia« (Psychohygiene und Delinquenz) veröffentlicht. Darin, sagt Farías, vertrete der jung...

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