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08.11.2004 / Thema / Seite 10

Stasi-Collect-Fiasko

Soll am deutschen Erinnerungswesen die Welt genesen? Weimarer Nachdenken über »Kommunismus im Museum« und das Fehlen der Arrièregarde

Günter Platzdasch

Während China, Kuba und Nordkorea sich noch sperren, wird der Kommunismus derzeit genauso museumsreif wie die Parole westdeutscher Studenten vom Beginn der siebziger Jahre: »Marx an die Uni«. Ost-Kommunisten wurden schon Anfang der neunziger Jahre abgewickelt, West-Marxisten, die infolge von »1968« Lehrstühle erklimmen konnten, entschwinden jetzt in aller Stille in den beamteten Ruhestand. Der Sperrmüll, der vom realen Sozialismus übrigblieb, wandert, soweit nicht bereits auf Nostalgie-Trödelmärkten verramscht, in Kommunismus-Museen, die Antikommunisten in den Nachfolgestaaten gestalten. Die frühere lettische Außenministerin Sandra Kalniete provozierte das bundesdeutsche Erinnerungsritual, als sie in ihrer Leipziger Rede vom 24. März über Nationalsozialismus und Kommunismus behauptete, »daß beide totalitären Regime gleich kriminell waren. Es darf niemals eine Unterscheidung geben, nur weil eine Seite auf der der Sieger gestanden hat«.

Die Totalitarismus...

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