30.07.2004 / Inland / Seite 4

Wohlfahrt bleibt auf der Strecke

AWO-Ost im »Sparrausch«. Sozialorganisationen auf der Flucht aus Tarifvertrag und Einheitsgewerkschaft

Günter Platzdasch

Schuldnerberatung sei ein wichtiger werdender Zweig der Arbeiterwohlfahrt (AWO), verkündete am Montag Karsten Schönfeld, Thüringer AWO-Landesvorsitzender und -Bundesvorstandsmitglied. Einstweilen jedoch hat die Thüringer AWO, die rund 7 000 Mitarbeiter beschäftigt, sich um ihre Schulden bei den eigenen Mitarbeitern zu kümmern. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom 29. Juni ist die AWO zu Gehaltsnachzahlungen an ihre Mitarbeiter verpflichtet (Az.: 1 AZR 143/03). Die Verbände in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hatten behauptet, an die zuletzt 1999 geänderten Tarifverträge nicht gebunden zu sein und diese außerdem gekündigt. Das BAG stoppte jedoch die Flucht der Ost-AWO aus dem Tarifvertrag und erinnerte daran, daß über Jahre der Bundesverband widerspruchslos auch für diese Verbände Tarifverträge geschlossen ...

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