Gegründet 1947 Montag, 26. August 2019, Nr. 197
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26.04.2019 / Feuilleton / Seite 11

Unbehaustsein

Der syrische Lyriker Aref Hamza dichtet von Flucht und Exil

Torben Klimmek

»Dreimal bin ich geschlagen worden, dreimal gesteinigt, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht zugebracht in der Tiefe des Meeres, in Gefahr gewesen durch Flüsse, Gefahr in den Städten, Gefahr in der Wüste, Gefahr auf dem Meere.«

Anna Seghers, Transit

In leicht veränderter Form zitiert Anna Seghers in ihrem weltberühmten Exilroman aus dem Jahr 1942 die Worte aus dem nunmehr fast zweitausend Jahre alten zweiten Korintherbrief und fasst damit das Schicksal derjenigen in der Menschheitsgeschichte zusammen, die aus verschiedensten Gründen, aber meist gezwungenermaßen ihrer Heimat den Rücken kehren mussten und sich auf eine peinvolle und ungewisse Reise begaben. Die trockene Sozialwissenschaft lehrt uns: der »Homo migrans« als anthropologische Konstante des »Homo sapiens«. Aber die Kunst vermittelt uns erst die wahre Bedeutung des Begriffes der Flucht und des Exils, nämlich die Erfahrungen aus der Perspektive des Leidenden.

Einer von diesen Heima...

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