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23.03.2019 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Gleichsam ein Gaskrieg

Die NATO setzte 1999 erstmals in der Geschichte auf indirekte chemische Kriegführung gegen ein Industrieland

Hartmut Sommerschuh

Es war ein verzweifelter Appell, mit dem der Arzt und Vorsitzende des Gesundheits- und Familienausschusses, Darko Laketić, im Mai 2018 der Belgrader Nationalversammlung vorschlug, endlich eine Expertenkommission zu bilden – eine unabhängige, die alle Folgen der NATO-Angriffe mit abgereichertem Uran und der Attacken auf Chemiebetriebe untersucht. Bis 2020 sollen nun erste Ergebnisse vorliegen, die Mauern des Schweigens gebrochen werden. Zu lange schon hatten mutige Arztkollegen wie der Krebsspezialist Slobodan Čikarić und die Leiterin der Belgrader Neurochirurgie, Danica Grujičić, auf die explodierende Krebsrate und Sterblichkeit aufmerksam gemacht. Denn Serbien steht europaweit ganz vorn.

Während im Jahr 1998 von rund 18.900 krebskranken Serben etwa 12.160 starben, gab es 2005 bereits mehr als 24.300 Erkrankungen und rund 14.000 Todesfälle. Innerhalb eines Jahrzehnts stieg die Krebsrate enorm. 2015 wurden 38.000 Erkrankte und über 21.800 Verstorbene regis...

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