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11.03.2019 / Feuilleton / Seite 10

Palast beging Republikflucht

Gesprächsbedarf Ost: Ein Politspektakel im Haus der Berliner Festspiele

Matthias Krauß

Jede weltgeschichtliche Tatsache ereignet sich einmal als Tragödie und das andere Mal als Farce, das trifft nun auch auf den Palast der Republik zu. Elf Jahre nachdem der letzte Stein aus seiner Grundmauer gerissen wurde, ist er in Wilmersdorf für kurze Zeit neu entstanden. Das Haus der (West-)Berliner Festspiele wurde fürs vergangene Wochenende zum kleinen Bruder des Volkspalastes umgestaltet. Markantestes Zeichen: die Bronzefolien auf dem Fenstern, die dem Gebäude tatsächlich einen Hauch von »Erichs Lampenladen« verliehen. Und eine Farce muss ja nichts Schlechtes sein, sie soll unterhalten, und es gibt gute Unterhaltung.

These – Antithese – Synthese. Soweit ist der geistige Hintergrund dieser aufwendigen Aktion auch brav marxistisch inspiriert. Das, was der originale Palast der Republik geistig und politisch verkörperte, ist mit ihm in den Staub der Geschichte gesunken. Die danach einsetzende offizielle Gegendarstellung, die interessengelenkte »Aufarbei...

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