Gegründet 1947 Dienstag, 16. Juli 2019, Nr. 162
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16.02.2019 / Wochenendbeilage / Seite 4 (Beilage)

Unsichere Zeiten

In Schweden schreitet die Auflösung des Wohlfahrtsstaates voran. Rechten Kräften kommt das zugute

Gabriel Kuhn

Es ist fast nichts mehr, wie es mal war. Einige Tage nach Weihnachten ist in Björkhagen, einem beschaulichen Randbezirk im Süden Stockholms, die Weihnachtspost noch immer nicht angekommen. Rund um überquellende Müllcontainer sammelt sich der Abfall. Anwohner schimpfen über die ausgebliebene Schneebeseitigung. Damals, als Schweden noch als sozialdemokratisches Vorzeigeland galt, hätten öffentliche Dienstleistungen noch ganz selbstverständlich funktioniert. Doch dann kam die Privatisierungswelle. Eingeleitet Anfang der 1990er Jahre von einer bürgerlichen Koalition unter Carl Bildt, wurde diese auch von sozialdemokratischen Regierungen weiter fortgeführt. Heute wird in Schweden so ziemlich alles in privater Regie betrieben, auch Kindergärten, Kliniken und der öffentliche Verkehr. Staatlich subventioniert wird freilich fleißig weiter. Die Logik dahinter: Private Akteure gehen mit öffentlichen Geldern angeblich effizienter um als Staatsbedienstete. Wer dabei G...

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