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14.11.2018 / Antifa / Seite 15

Rache der SA am »Novemberverbrecher«

Der Sozialdemokrat und »Flottenmeuterer« Bernhard Kuhnt wurde 1933 ins KZ Sachsenburg verschleppt. Dort soll eine neue Gedenkstätte entstehen

Gerd Müller

Die Chemnitzer SA hat lange auf diesen Tag gewartet. Endlich ist er da, der 23. März 1933. Es ist Ostern und zugleich der Tag der Abrechnung mit dem wohl prominentesten »Novemberverbrecher« und »Flottenmeuterer«, dessen man in Sachsen habhaft werden konnte. Sein Name lautet Bernhard Kuhnt. Zur Zeit der Novemberrevolution war er kein Unbekannter im Deutschen Reich. Jetzt ist er schon lange Reichstagsabgeordneter der Sozialdemokraten. Als er in der Arbeiterstadt Chemnitz 1911 erstmals zum SPD-Vorsitzenden gewählt wurde, hatte die Partei dort mehr als 14.000 Mitglieder.

Die SA-Männer haben Kuhnt gezwungen, auf der Ladefläche eines Handwagens für den Kohletransport zu sitzen, und lassen ihn von zwei SPD-Stadträten durch die Stadt ziehen – zu seinem »neuen Arbeitsplatz«, der »Dreckwäsche«. Ein weiteres Foto zeigt Kuhnt beim Entfernen von Wahlplakaten. Eine richtige Serie wurde von der Aktion erstellt, um sie als Postkarten zu verkaufen. Viele wurden mit höhnis...

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