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10.01.2003 / Feuilleton / Seite 13

Familienapparatur

Ob im Möbelgeschäft, im Fotolabor oder im Badezimmer: Wen die Familie nicht schafft, schafft die Apparatur. Neu im Kino: »Open Hearts« und »One Hour Photo«

Andreas Hahn

Vorgestern erst rief mich in der Redaktion eine sympathisch klingende Hausfrau an; sie hätte da einen Text geschrieben, es ginge ums Fremdgehen, um Liebe und Treue, und ob sie mir den nicht mal vorlesen dürfe. Und wie sie beim Erzählen begann, langsam schon ein bißchen verzweifelter zu klingen, da war das dann schon nicht mehr ganz so lustig.

Das ist eben längst im Alltagsbewußtsein aller, daß die Ehe den Ehebruch braucht, um zu einer Sprache zu kommen (»literaturfähig« zu sein, eine ziemlich alte Geschichte). Ein Beweis mehr, daß es der Diskurs ist, der den Alltag der Leute beherrscht.

Zwei jetzt in Deutschland gestartete, auf den ersten Blick ziemlich unterschiedliche Filme haben genau das gemeinsam: aus Ehebrüchen Familiengeschichte zu basteln.

»Open Hearts« ist ein weiterer Film aus der »Dogma«-Schule, der gemeinhin ein »Dokumentarstil« unterstellt wird (»Du mußt in den Straßen drehen und akzeptieren, daß es nun mal so aussieht, wie es ist«, sagt Regisseurin Susanne Bier). Dieser Stil teilt sowohl seine Produktionsbedingungen (digitale Videotechnik) als auch seine ästhetischen Ziele (die Simulation einer körperlichen Intensität, das Authentische usw.) mit der Pornographie (»Dogma«-Miterfinder Lars von Trier hat interessanterweise auch eine Porno-Produktionsfirma gegründet). Und das The...





Vorgestern erst rief mich in der Redaktion eine sympathisch klingende Hausfrau an; sie hätte da einen Text geschrieben, es ginge ums Fremdgehen, um Liebe und Treue, und ob sie mir den nicht mal vorlesen dürfe. Und wie sie beim Erzählen begann, langsam schon ein bißchen verzweifelter zu klingen, da war das dann schon nicht mehr ganz so lustig.

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