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01.09.2018 / Inland / Seite 8

»Die radikale Rechte hat darauf gewartet«

Neonazis treiben seit einer Woche ihr Unwesen in Chemnitz. Linke Gegenproteste bleiben präsent. Ein Gespräch mit Klaus Bartl

Markus Bernhardt

Seit der Ermordung von Daniel H. am vergangenen Wochenende kommt Chemnitz nicht zur Ruhe. Fast täglich finden dort Zusammenrottungen von Neofaschisten und Rassisten statt, die Jagd auf vermeintliche Flüchtlinge, Migranten und Linke machen. Wie ist die Stimmung in der Stadt aktuell?

Sie ist angespannt. Für Menschen, die »nicht-deutsch« erscheinen oder aus anderen Gründen nicht in das menschenfeindliche Weltbild der Rechten passen, ist sie sogar bedrohlich. Einige trauen sich aufgrund der Ereignisse nicht mehr, das Haus zu verlassen. Das Perfide ist, dass Daniel H., dessen Tod die Rechten zu instrumentalisieren suchen, wohl selbst unter dieser Situation zu leiden hätte, wenn er noch am Leben wäre. Er hatte einen kubanischen Elternteil und entsprach nicht dem rassistischen Zerrbild von einem »Deutschen«. Zudem war er ein entschiedener Nazigegner.

Warum gerade Chemnitz?

So eine Situation hätte meiner Meinung nach überall in Sachsen auftreten können. Die radik...

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