21.06.2018 / Feuilleton / Seite 10

Digitale Depression

Thomas Wagner

Die automatisierte Erstellung von Bewerberprofilen mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) ist auf dem Arbeitsmarkt längst keine Zukunftsmusik mehr. Wer sich heute auf Jobsuche macht, muss damit rechnen, dass seine Äußerungen mit Hilfe von entsprechenden Computerprogrammen bis ins kleinste Detail geradezu seziert werden. Eine dafür von der Firma Precire Technologies GmbH (ehemals: Psyware) entwickelte Software, wird unter dem Namen Precire bereits vermarktet. Allein anhand einer 15minütigen Stimmprobe, verspricht das 2014 in Aachen gegründete Unternehmen, ließen sich in vielerlei Hinsicht aussagekräftige Bewerberprofile erstellen.

In der Entwicklungsphase von ­Precire wurde die firmeneigene Datenbank mit den Persönlichkeitsprofilen von knapp 6.000 Probanden gefüttert. Mit Hilfe dieser Eingaben sollte die Software selbsttätig lernen, einen depressiv veranlagten Mensch von Frohnaturen zu unterscheiden. Heute hat sie Marktreife erlangt. Die Sprache der Bewerb...

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