20.06.2018 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Extremismus

Niklas Sandschnee

»Begriffe«, legt Bertolt Brecht in den »Flüchtlingsgesprächen« jemandem in den Mund, »sind sehr wichtig. Sie sind Griffe, mit denen man Dinge bewegen kann.« Diese Feststellung kann man nun so lesen, dass sich ein Begriff als um so besser und angemessener erweist, je mehr er erlaubt, die Sache zu durchdringen und in den Griff zu bekommen. Dort aber, wo es um politische Begriffe und damit um aufeinanderprallende Interessen geht, wo also die Beteiligten die Dinge nicht nur unterschiedlich auffassen, sondern vor allem in entgegengesetzte Richtungen bewegen wollen, ist es mitunter gar nicht so einfach, objektiv festzustellen, welcher Begriff angemessen ist. Ein gutes Beispiel dafür ist der »Extremismus«. Wissenschaftlich gesehen, daran ändern auch die definitorischen Verrenkungen von »Extremismusexperten« nichts, ist der Begriff Humbug. Das politische Meinungsspektrum, das selbst schon eine vermittelte Abstraktion von komplex sich überlagernden Interessenkonst...

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