22.11.2017 / Feuilleton / Seite 10

Rufe aus der Gruft

Porno und Prostitution sind noch das Gegenwärtigste in den deutschen Kinofilmen »Fikkefuchs« und »Teheran Tabu«

Peer Schmitt

Mehr als heikel ist es wohl, einen Spielfilm mit einer Vergewaltigungsszene zu beginnen. Zuletzt kam Paul Verhoevens »Elle« – größtenteils dank des unzerstörbaren dunklen Humors von Isabelle Huppert – gerade so damit durch. Für den Film »Fikkefuchs« des durch Mitwirkung an zahllosem TV-Schrott abgehärteten Schauspielers und Regisseurs Jan Henrik Stahlberg gilt das allerdings nicht.

Im fernen Hollywood ist derzeit viel von sexuellem Missbrauch die Rede. Fast scheint der sexuelle Übergriff zu den dortigen allgemeinen Produktionsbedingungen schlicht dazuzugehören. Die Klatschkolumnisten früherer Dekaden taten wenig anderes, als genau dies minutiös genug anzudeuten (»Hollywood Babylon« usw.). Nun, unter denkbar anderen juristischen, politischen und kulturellen Umständen als denen in den Zeiten des alten Studiosystems samt seiner »Casting couch« ist der neueste Durchlauf der großen amerikanischen Sexpanik wohl auch ein Anzeichen dafür, dass mittlerweile genüge...

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