Der Schwarze Kanal
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26.08.2017 / Feuilleton / Seite 10

»Jawoll, meine Herren«

Die UFA wird 100: Eine Geschichte von Propaganda und Manipulation

Dr. Seltsam

Man kann Menschen mit einem Film erschlagen wie mit einer Axt. So ist überliefert, dass SS-Wachmannschaften in Auschwitz nach der Vorführung von »Jud Süß« hinaustobten und jüdische Zwangsarbeiter umbrachten. Zwar ist »Jud Süß« von Veit Harlan kein UFA-Film, gehört aber zu den »Vorbehaltsfilmen«, die 1945 von den Alliierten weggesperrt wurden und seitdem nur mit pädagogischer Einführung und Diskussion zu sehen sind.

Allgemein sollten die Filme der Nazis für Joseph Goebbels »Propaganda in kleinen Dosen« liefern. Der Reichspropagandaminister Goebbels ließ mehr als 1.000 Filme drehen und dekretierte: »Die gute Laune ist kriegswichtig. Sie zu erhalten, besonders unter schweren Belastungen, ist dringendes Erfordernis einer erfolgreichen Kriegführung.« So gesehen, gehört eigentlich die gesamte UFA-Produktion unter den Nazis in den Giftschrank.

Während Willy Fritsch »Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn« trällerte (in »Glückskinder«, 1936), wurden vom Verwaltungsjuriste...

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