Gegründet 1947 Dienstag, 22. Oktober 2019, Nr. 245
Die junge Welt wird von 2216 GenossInnen herausgegeben
10.07.2017 / Feuilleton / Seite 10

So frisch kein Bad

Nach Brechts und Feuchtwangers wurde nun auch Tucholskys Verhältnis zu den Frauen untersucht

Sabine Kebir

Bertolt Brecht galt lange als Frauenverschleißer schlechthin. Ein solcher war aber eher Lion Feuchtwanger, wie aus Manfred Flügges Biographie über dessen Frau Marta (Aufbau-Verlag, 2008) hervorgeht. Merkwürdigerweise hat man es Feuchtwanger nie besonders übel genommen, dass er unablässig auf Abenteuersuche war und, nur zum Beispiel, seine berüchtigte Reportagereise in die Sowjetunion, auf der er sich überzeugen ließ, dass die Moskauer Prozesse von 1937 ordnungsgemäß abliefen, nicht mit der Ehefrau, sondern mit zwei geliebten Sekretärinnen antrat. Brecht hatte vergleichsweise wenige Partnerinnen und »verschliss« sie keineswegs, sondern liebte sie auch dann noch weiter, wenn er ein Liebesverhältnis mit einer anderen Frau begann. Seine Fürsorglichkeit in den schon länger bestehenden Beziehungen ließ dabei nicht nach. Vielleicht wurde Brechts Verhältnis zu den Frauen deshalb so stark skandalisiert, weil er einen Gegenentwurf zur »seriellen Monogamie« verwirkl...

Artikel-Länge: 5908 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €