10.07.2017 / Ausland / Seite 7

»Gott hat mich hingesetzt«

Suriname: Staatsanwaltschaft fordert lange Haftstrafe für Präsident und Exdiktator Bouterse. Dieser beharrt auf seinem Amt

Gerrit Hoekman

Damit hat kaum noch jemand in Suriname gerechnet: Die Staatsanwaltschaft forderte am 28. Juni in ihrer Anklageschrift 20 Jahre Haft für Desi Bouterse, seit 2010 gewählter Präsident der ehemaligen niederländischen Kolonie in Südamerika. Sie hält es für bewiesen, dass Bouterse als Chef der damals herrschenden Junta 1982 an den sogenannten Dezembermorden beteiligt war, bei denen 15 Gegner des Regimes in einer Nacht- und Nebelaktion erst gefoltert und dann erschossen wurden.

Zehn Jahre dauert der Prozess vor dem Krijgsraad, dem höchsten Militärgericht, nun schon. Desi Bouterse hat es immer wieder verstanden, das Verfahren zu verzögern. Mit seiner Nationale Democratische Partij (NDP) peitschte er als Präsident 2012 ein Amnestiegesetz durchs Parlament, das ihn und seine Mittäter vor Strafe schützen soll. »Dieses Gesetz dient dazu, die ganze Nation zu heilen«, erklärte Bouterse. Erst im letzten Februar ordnete er kraft seines Amtes als Staatsoberhaupt an, den Pro...

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