10.06.2017 / Feuilleton / Seite 10

In diesem Bassin der Spiegel

»Schwestern« nach Tschechow als Tanztheaterstück bei RambaZamba in Berlin

Anja Röhl

Die Zuschauer sitzen um eine Art leeres Schwimmbecken herum. Der Boden ist eine Spiegelfläche. In der Mitte Spielerinnen aus dem Ensemble des Berliner Theaters RambaZamba, zu dem Menschen mit Down-Syndrom gehören. Sie liegen ineinandergeknäuelt als ein riesiger Körper mit Armen, Händen, Beinen. In schlangenartigen Bewegungen schälen sich allmählich drei Frauen heraus. Entfernt erinnert ihr langsamer Tanz an diese Splitter im Kaleidoskop, die auseinanderfallen und sich zu immer neuen Mustern zusammensetzen. Begleitet wird er von sphärischen Elektroklängen und so etwas wie Papierraschelmusik aus einer Ecke der golden glitzernden Spiegelfläche, in der ein gelber, grauhaariger Mann inmitten eines gelben Bücherstapels Buchseiten bekritzelt oder Papier zu Schnipseln zerreißt. Ausdruckskunst höchster Qualität, gänzlich ohne Wor...

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