06.07.2002 / Inland

Die »Stasi« und die Kinder

Die Experten sagen: Das MfS hatte keine minderjährigen IM

Arnold Schölzel

Es war Zufall. Am Mittwoch hatte die junge Welt mit ehemaligen leitenden Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (MfS), die für die Nachwuchsgewinnung im Ministerium verantwortlich waren, ein Hintergrundgespräch vereinbart. Am selben Tag erschien in der taz ein zweiseitiger Artikel zum Anlaß dieses Gespräches: Die PDS-Bundestagsabgeordnete Angela Marquardt soll 1987 als Fünfzehnjährige eine Verpflichtungserklärung als Inoffizielle Mitarbeiterin (IM) des MfS unterschrieben haben.

Der Artikel ist charakteristisch für den derzeitigen Umgang mit der MfS-Thematik. Dazu gehört, daß es in Bundesdeutschland selbstverständlich ist, ein journalistisches Opus dieses Umfangs anzufertigen, ohne die Ansicht eines leitenden MfS-Mitarbeiters einzuholen. Die Sache selbst wird absichtsvoll unscharf beschrieben, um so eindeutiger ist die Verkörperung des »Bösen« durch das MfS, die taz bevorzugt »Teufel«. Wir leben im Bush-Zeitalter.

Eingangs ist vo...



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