04.07.2016 / Politisches Buch / Seite 15

Sklaven und Lohnsklaven

Rainer Roth führt die Wandlung von »unfreier« in »freie« Arbeit auf die Entstehung des Frühkapitalismus und auf Klassenkampf zurück

Herbert Wulff

Den provokanten Titel »Sklaverei als Menschenrecht« trägt das neue Buch des Frankfurter Sozialwissenschaftlers Rainer Roth. Es gilt ihm als erster Teil einer »umfassenden Kritik der bürgerlichen Revolution«. Roths zentrales Argument: Die Sklaverei – eine der »barbarischsten Erscheinungen der Menschheitsgeschichte« – sei »untrennbar mit der Entwicklungsgeschichte des Kapitalismus vom 17. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts verbunden«. Diese These untermauert der ehemalige Professor der Fachhochschule Frankfurt am Main mit einer detaillierten Diskussion bürgerlicher Ideologien sowie historischer Entwicklungen in England, den USA und Frankreich.

Roth dokumentiert, dass die »Väter der Menschenrechte« von John Locke über Thomas Jefferson bis zu den französischen Aufklärern allesamt die Versklavung von Afrikanern rechtfertigten und zum Teil von dieser profitierten. Er zeigt auf, dass die Revolution des Bürgertums den Privatbesitz – inklusive des Eigentums an Sklav...

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