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12.04.2016 / Titel / Seite 1

Erdogans Landraub

Ankara weitet Beschlagnahmung von Eigentum im Südosten der Türkei aus. Ziel ist die Zerstörung Kurdistans als politischer und kultureller Entität

Peter Schaber

In seinem Krieg gegen die kurdische Befreiungsbewegung im Südosten der Türkei greift Ankara seit einigen Wochen auf eine neue Strategie zurück: Ganze Stadtteile werden »beschlagnahmt«, um die Demographie der Region langfristig zu ändern. Ihren Anfang nahm diese Entwicklung im kulturell wie politisch bedeutenden Altstadtbezirk Sur der Metropole Diyarbakir. Der von jahrhundertealten Stadtmauern begrenzte Bezirk wurde nahezu vollständig »enteignet«, um den Weg für die Gentrifizierungs- und Vertreibungspolitik der Staatsmacht zu ebnen. Am Montag wurde nun vom Innenministerium die »dringende Enteignung« von sieben weiteren Gebieten im vorwiegend kurdisch besiedelten Südosten der Türkei bekanntgegeben. Betroffen sind Areale in den Distrikten Diyarbakir, Idil, Kiziltepe, Yüksekova und Cukurca.

Den Hintergrund des von der AKP-Führung um Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Premier Ahmet Davutoglu orchestrierten Plans bilden die seit Monaten andauernden Gefecht...

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